Kulturelles
Veranstaltungshinweis: Heute zum Tag der Umwelt: Gratisvorführungen von «Home»
05.06.09 18:49
Zum heutigen UNO-Welt-Umwelttag wird der Film
«Home» von Yann-Arthus Bertrand an
zahlreichen Orten auf der ganzen Welt gezeigt -
unentgeltlich. Und fast immer wird der Film im
Anschluss als DVD abgegeben.
In der Schweiz hat Kai Pulfer von Filme für die Erde sechs Vorführungen organisiert. Wer auf die Schnelle noch ein Abendprogramm sucht: Nichts wie los:
BERN: Fr 5.6. 19:30: Reitschule, Neubrückstr. 8, Grosse Halle
BEINWIL AM SEE (AG): Fr 5.6. 20:00: Haus Wittwer, Seestrasse 57
SCUOL: Fr 5.6. 20:30 Uhr: Pimunt, 7550 Scuol (City)
WINTERTHUR: Fr 5.6. 19:00: Kirchgemeindehaus Liebestrasse 3
ZÜRICH: Fr 5.6. 19:30: ETH Zürich Hauptgebäude, Saal HG D3.2, Rämistrasse 101
BASEL: Sa 6.6. 19:30: unternehmen mitte, Gerbergasse 30
In der Schweiz hat Kai Pulfer von Filme für die Erde sechs Vorführungen organisiert. Wer auf die Schnelle noch ein Abendprogramm sucht: Nichts wie los:
BERN: Fr 5.6. 19:30: Reitschule, Neubrückstr. 8, Grosse Halle
BEINWIL AM SEE (AG): Fr 5.6. 20:00: Haus Wittwer, Seestrasse 57
SCUOL: Fr 5.6. 20:30 Uhr: Pimunt, 7550 Scuol (City)
WINTERTHUR: Fr 5.6. 19:00: Kirchgemeindehaus Liebestrasse 3
ZÜRICH: Fr 5.6. 19:30: ETH Zürich Hauptgebäude, Saal HG D3.2, Rämistrasse 101
BASEL: Sa 6.6. 19:30: unternehmen mitte, Gerbergasse 30
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Darwin-Ausstellung im Naturhistorischen Museum Bern - verpasste Chance
14.02.09 22:04
Pünktlich zu Darwins Geburtstag am 12. Februar
wurde sie eröffnet, die Ausstellung «Es war einmal ein Fink». Was mit
einem witzigen Plakat als Sonderausstellung
angekündigt wird, entpuppt sich vor Ort im
Naturhistorischen Museum der Burgergemeinde Bern
als kleine Schaukastensammlung im zweiten Stock.
In einer ersten Vitrine wird das Prinzip der Mutation anhand einer Genmanipulation an der Fruchtfliege, dem erstmaligen Auftreten von blauen Augen beim Menschen vor rund 6000 Jahren und ungewöhnlichen Fellfarben aufgrund von hohen oder tiefen Melaninanteilen erläutert. Der nächste Kasten ist dem Thema Variation gewidmet und zeigt, wie beim Mäusebussard und der Hummel-Ragwurz-Orchidee innerhalb derselben Art gewisse Merkmale sehr unterschiedlich ausgeprägt sein können. Daneben wird auf das Prinzip der Selektion eingegangen und am Beispiel des Hornkäfers gezeigt, wie sexuelle Selektion der Anpassungsfähigkeit an die Umwelt entgegenwirken kann und wie der Mensch beim Hund durch Zucht auf dessen Evolution Einfluss nahm. Die drei Kästen sind zwar logisch angeordnet und sollen aufzeigen, wie Mutationen zu Variationen in einer Bevölkerung führen und diese wiederum eine Grundlage der Selektion sind. Doch die Besucher werden nicht wirklich geführt, es wird kaum versucht, eine schlüssige Geschichte zu erklären. So bleibt beispielsweise unerwähnt, dass es immer einen umweltbedingten Selektionsdruck braucht, der unter anderem dadurch entsteht, dass Tiere wie Pflanzen mehr Nachkommen erzeugen, als die Umwelt aufnehmen kann.
Nach den drei Vitrinen - sie werden auf der anderen Seite des Korridors begleitet von kleinen Schaukästen mit kaum kommentierten ausgestopften Finken und anderen Vogelarten - erwartet den Zuschauer ein Kurzfilm, der das Entstehen einer neuen Art illustrieren soll. Ein Erzähler in einer Werkstatt - der Sinn der Kulisse erschloss sich mir nicht - berichtet von zwei Migrationsbewegungen von Buchfinken vom europäischen Festland auf die Kanarischen Inseln. Er erläutert, dass aufgrund des grossen Zeitabstandes zwischen den beiden Ansiedlungen und der leicht unterschiedlichen Entwicklungen, welche die beiden Populationen durchgemacht hatten, sich zwei Arten gebildet hatten, die sich trotz des erneut gemeinsamen Lebensraums nicht mehr untereinander kreuzten. Es scheint, also ob sich die Macher nicht recht entscheiden konnten, ob der Film lehrhaft oder witzig sein sollte. Eins aber ist sicher: Die meisten Zuschauer liefen nach wenigen Sekunden desinteressiert weiter - trotz (oder wegen?) der die ganze Ausstellung durchdringenden Lautstärke.
Nach der Leinwand geht’s bereits wieder Richtung Ausgang. Auf der Rückseite der Vitrinenwand erwarten den Zuschauer weitere Schaukästen, eine mit einer Ammonitensammlung und einer Zeittafel, an der mehrere Besucher rätselten, wie sie denn zu lesen war. Im benachbarten Kasten geht’s um die Menschwerdung. Und spätestens hier wird’s leider richtiggehend ärgerlich. Nach dem Prinzip der Kladistik sind ausgestorbene und heutige Primatenlinien aufgeführt, ganz rechts symbolisieren die Schädel des Menschen und der grossen Menschenaffen die aktuellen Gattungen. Die sind allerdings nur auf lateinisch beschriftet, wer also nicht weiss, dass Pan Schimpansen und Pongo Orangutans sind, kommt mit der Darstellung wohl kaum klar. Das sind völlig unnötige Hürden bei einer Ausstellung, die sich nicht an ein Fachpublikum richtet.
Die Entwicklung der Primatenarten (Ausschnitt):
Kaum Erläuterungen und ausschliesslich lateinische Beschriftungen (Handyfoto)
Vielleicht muss, wer eine Ausstellung sehen will, die Darwin gerecht wird, nach London gehen. Ali Arbia jedenfalls empfiehlt in seinem Blogbeitrag die Ausstellung «Darwin: Big idea, big exhibition» des dortigen Naturhistorischen Museums.
In einer ersten Vitrine wird das Prinzip der Mutation anhand einer Genmanipulation an der Fruchtfliege, dem erstmaligen Auftreten von blauen Augen beim Menschen vor rund 6000 Jahren und ungewöhnlichen Fellfarben aufgrund von hohen oder tiefen Melaninanteilen erläutert. Der nächste Kasten ist dem Thema Variation gewidmet und zeigt, wie beim Mäusebussard und der Hummel-Ragwurz-Orchidee innerhalb derselben Art gewisse Merkmale sehr unterschiedlich ausgeprägt sein können. Daneben wird auf das Prinzip der Selektion eingegangen und am Beispiel des Hornkäfers gezeigt, wie sexuelle Selektion der Anpassungsfähigkeit an die Umwelt entgegenwirken kann und wie der Mensch beim Hund durch Zucht auf dessen Evolution Einfluss nahm. Die drei Kästen sind zwar logisch angeordnet und sollen aufzeigen, wie Mutationen zu Variationen in einer Bevölkerung führen und diese wiederum eine Grundlage der Selektion sind. Doch die Besucher werden nicht wirklich geführt, es wird kaum versucht, eine schlüssige Geschichte zu erklären. So bleibt beispielsweise unerwähnt, dass es immer einen umweltbedingten Selektionsdruck braucht, der unter anderem dadurch entsteht, dass Tiere wie Pflanzen mehr Nachkommen erzeugen, als die Umwelt aufnehmen kann.
Nach den drei Vitrinen - sie werden auf der anderen Seite des Korridors begleitet von kleinen Schaukästen mit kaum kommentierten ausgestopften Finken und anderen Vogelarten - erwartet den Zuschauer ein Kurzfilm, der das Entstehen einer neuen Art illustrieren soll. Ein Erzähler in einer Werkstatt - der Sinn der Kulisse erschloss sich mir nicht - berichtet von zwei Migrationsbewegungen von Buchfinken vom europäischen Festland auf die Kanarischen Inseln. Er erläutert, dass aufgrund des grossen Zeitabstandes zwischen den beiden Ansiedlungen und der leicht unterschiedlichen Entwicklungen, welche die beiden Populationen durchgemacht hatten, sich zwei Arten gebildet hatten, die sich trotz des erneut gemeinsamen Lebensraums nicht mehr untereinander kreuzten. Es scheint, also ob sich die Macher nicht recht entscheiden konnten, ob der Film lehrhaft oder witzig sein sollte. Eins aber ist sicher: Die meisten Zuschauer liefen nach wenigen Sekunden desinteressiert weiter - trotz (oder wegen?) der die ganze Ausstellung durchdringenden Lautstärke.
Nach der Leinwand geht’s bereits wieder Richtung Ausgang. Auf der Rückseite der Vitrinenwand erwarten den Zuschauer weitere Schaukästen, eine mit einer Ammonitensammlung und einer Zeittafel, an der mehrere Besucher rätselten, wie sie denn zu lesen war. Im benachbarten Kasten geht’s um die Menschwerdung. Und spätestens hier wird’s leider richtiggehend ärgerlich. Nach dem Prinzip der Kladistik sind ausgestorbene und heutige Primatenlinien aufgeführt, ganz rechts symbolisieren die Schädel des Menschen und der grossen Menschenaffen die aktuellen Gattungen. Die sind allerdings nur auf lateinisch beschriftet, wer also nicht weiss, dass Pan Schimpansen und Pongo Orangutans sind, kommt mit der Darstellung wohl kaum klar. Das sind völlig unnötige Hürden bei einer Ausstellung, die sich nicht an ein Fachpublikum richtet.
Die Entwicklung der Primatenarten (Ausschnitt):
Kaum Erläuterungen und ausschliesslich lateinische Beschriftungen (Handyfoto)
Vielleicht muss, wer eine Ausstellung sehen will, die Darwin gerecht wird, nach London gehen. Ali Arbia jedenfalls empfiehlt in seinem Blogbeitrag die Ausstellung «Darwin: Big idea, big exhibition» des dortigen Naturhistorischen Museums.
Ausstellungstipp: «Kopf an Kopf», Zürcher Museum für Gestaltung
17.01.09 09:11
Die SP der Stadt Zürich lud gestern zu einer
Führung durch die Ausstellung «Kopf an Kopf» des Zürcher Museums
für Gestaltung. Die Ausstellung gibt Einblick in
die Geschichte des Wahlplakats und zeigt auch,
wie sich Regierungen im Internet und auf
Portraits präsentieren.
Museumsdirektor Christian Brändle führte souverän und mit viel Witz durch die Ausstellung und erzählte, wieso das Portrait von Hugo Chavez nun doch fehlt, Stadtratskandidatin Corine Mauch mit ihrem Doppelportrait mit Yulia Timoschenko eher nicht mithalten kann und welcher Zürcher Regierungspräsident seinen Göttibub als offiziellen Portraitmaler engagierte.
Unbedingt hingehen und nach Möglichkeit eine Führung buchen. Die Ausstellung läuft noch bis zum 22. Februar.
Museumsdirektor Christian Brändle führte souverän und mit viel Witz durch die Ausstellung und erzählte, wieso das Portrait von Hugo Chavez nun doch fehlt, Stadtratskandidatin Corine Mauch mit ihrem Doppelportrait mit Yulia Timoschenko eher nicht mithalten kann und welcher Zürcher Regierungspräsident seinen Göttibub als offiziellen Portraitmaler engagierte.
Unbedingt hingehen und nach Möglichkeit eine Führung buchen. Die Ausstellung läuft noch bis zum 22. Februar.
Damioscha - Einfrautheaterstück wärmstens empfohlen
14.09.08 14:20
Zwischendurch mal etwas ganz und gar
unpolitisches: Die Tanzartistin und
Akrobatik-lehrerin Monique Schnyder hatte diese
Woche Première mit ihrem neusten Stück Damioscha. Sie spielt eine Frau,
die einen Dachboden voller Erinnerungsstücke
erkundet und sich in die Figuren hinein
versetzt, deren Vergangenheit in Kisten und
unter Tüchern eingelagert ist.
Wie bereits in ihren bisherigen beiden Stücken Mamalou und Pagliaccia setzt Monique Schnyder ganz auf ihr tänzerisches, artistisches und clowneskes Können und verzichtet auf gesprochene Sprache. Und es geht erneut bestens auf. Die Darstellerin erzählt mit simplen, aber raffiniert eingesetzten Requisiten eine bewegende Geschichte auf scheinbar unbeschwerte Weise. In Wirklichkeit ist es ein sekundengenau eingeübtes Stück, das der Darstellerin erneut diverse Theaterpreise bescheren dürfte. Nächste Vorführungen: 25. 10. in Wila (ZH). Zürcher Première am 16. 1.
Wie bereits in ihren bisherigen beiden Stücken Mamalou und Pagliaccia setzt Monique Schnyder ganz auf ihr tänzerisches, artistisches und clowneskes Können und verzichtet auf gesprochene Sprache. Und es geht erneut bestens auf. Die Darstellerin erzählt mit simplen, aber raffiniert eingesetzten Requisiten eine bewegende Geschichte auf scheinbar unbeschwerte Weise. In Wirklichkeit ist es ein sekundengenau eingeübtes Stück, das der Darstellerin erneut diverse Theaterpreise bescheren dürfte. Nächste Vorführungen: 25. 10. in Wila (ZH). Zürcher Première am 16. 1.
Bild: Jean Marc Seiler












