Science
Leseempfehlung zum Darwin-Jahr: Cognitive Archaeology and Human Evolution
01.07.09 06:52
Die Zeit der Suche nach Strandlektüre ist
angebrochen. Deshalb hier ein Lesetipp, der bestens
zum Darwin-Jahr passt: «Cognitive Archaeology and Human
Evolution», soeben bei Cambridge
University Press erschienen.
Die Autoren untersuchen die Rahmenbedingungen, welche zur Entwicklung wichtiger kognitiver Fähigkeiten geführt haben. Das Buch schlägt eine Brücke von der Archäologie zur Neuropsychologie und zeigt auf, inwieweit prähistorische Funde Auskunft darüber geben können, welche geistigen Fähigkeiten notwendig waren, um Werkzeuge, Schmuck und anderes zu fabrizieren.
Das Buch ist friedfertiger als die Bibel, wissenschaftlicher als der Koran, unterhaltsamer als Dianetik und leichter als ein Telefonbuch.
Der erste Teil kann online angesehen werden, so auch der Beginn des Kapitels, welches ich beigesteuert habe. Für den Liegestuhl und den ungekürzten Lesegenuss empfiehlt sich aber natürlich die Tote-Bäume-Ausgabe. Also unbedingt kaufen!
Die einzelnen Kapitel:
Die Autoren untersuchen die Rahmenbedingungen, welche zur Entwicklung wichtiger kognitiver Fähigkeiten geführt haben. Das Buch schlägt eine Brücke von der Archäologie zur Neuropsychologie und zeigt auf, inwieweit prähistorische Funde Auskunft darüber geben können, welche geistigen Fähigkeiten notwendig waren, um Werkzeuge, Schmuck und anderes zu fabrizieren.
Das Buch ist friedfertiger als die Bibel, wissenschaftlicher als der Koran, unterhaltsamer als Dianetik und leichter als ein Telefonbuch.
Der erste Teil kann online angesehen werden, so auch der Beginn des Kapitels, welches ich beigesteuert habe. Für den Liegestuhl und den ungekürzten Lesegenuss empfiehlt sich aber natürlich die Tote-Bäume-Ausgabe. Also unbedingt kaufen!
Die einzelnen Kapitel:
- Sophie A. de Beaune: The emergence of cognitive abilities: The contribution of neuropsychology to archaeology
- Sophie A. de Beaune: Technical invention in the Palaeolithic: What if the explanation comes from the cognitive and neuropsychological sciences?
- Andreas Kyriacou: Innovation and creativity: A neuropsychological perspective
- Matt J. Rossano: The archaeology of consciousness
- Natalie T. Uomini: Prehistoric handedness and prehistoric language
- Miriam Noël Haidle: How to think a simple spear
- Michael J. Walker: Long-term memory and Middle Pleistocene “Mysterians”
- Carolina Maestro and Carmine Collina: The quest for a common semantics: Observations on definitional criteria of cognitive processes in prehistory
- Jacques Pelegrin: Cognition and the emergence of language: A contribution from lithic technology
- Ian Tattersall: Language and the origin of symbolic thought
- Thomas Wynn and Frederick L. Coolidge: Implications of a strict standard for recognizing modern cognition in prehistory
- Eric Reuland: Imagination and recursion: Issues in the emergence of language
- Thomas Wynn: Whither evolutionary cognitive archaeology? Afterword
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Zum 20. Todestag von Konrad Lorenz: Untersuchungsmaterial für Ethologen
27.02.09 23:00
Heute vor 20 Jahren verstarb Konrad Lorenz, einer der
Gründerväter der vergleichenden
Verhaltensforschung. Zusammen mit Nikolaas Tinbergen entwickelte er
in den 1930er Jahren die Instinkttheorie, die auf der
Annahme basierte, das Verhalten von Tieren werde
durch klar gegeneinander abgrenzbare Instinkte
verursacht und gelenkt. Tinbergen entwickelte
mit den Vier Grundfragen der Biologischen
Forschung ein methodisches Gerüst, um
Verhalten zu deuten: 1. Wie wird ein Verhalten
beispielsweise chemisch oder physiologisch
realisiert? 2. Wie verändert sich dieses
Verhalten im Laufe des Lebens des Individuums?
3. Wie lässt sich das Verhalten mit demjenigen
verwandter Arten vergleichen? 4. Wie wirkt sich
das Verhalten auf die Überlebens- und
Reproduktionschance aus?
Der Ansatz von Lorenz und Tinbergen setzte auf der von Darwin geprägten Evolutionslehre auf, stellte aber das Verhalten, nicht körperliche Merkmale in den Vordergrund. Für kooperatives Verhalten postulierte Lorenz einen inneren Drang zur Arterhaltung. Seine Annahme war, Individuen würden andere Individuen, die enger mit ihnen verwandt sind, häufiger verschonen als solche, die es weitläufiger sind. Hiernach müssten Löwen mit anderen Löwen bevorzugt kooperieren, dem nachranging aber mit anderen Katzen und schließlich mit andere Carnivoren (Beispiel aus dem Wikipedia-Eintrag).
Weder Lorenz als Person noch sein Beitrag zur Forschung haben den Zahn der Zeit unbeschadet überstanden. Seine nationalsozialistische Einstellung - er hatte in den 1940er Jahren von der «Verhausschweinung des Menschen» durch den Wegfall natürlicher Selektionsmechanismen gesprochen - holte ihn ein, nur schon deshalb, weil er auch noch in den 1970er Jahren zu ähnlichem Vokabular gegriffen hatte, um zivilisatorische Zerfallserscheinungen zu beklagen. Seine Schülerin Hanna-Maria Zippelius zeigte später auf, dass die Instinkttheorie methodische Schwächen aufwies und sich Verhaltensstudien von Lorenz und Tinbergen nicht reproduzieren liessen, möglicherweise gar, weil die beiden Autoren Daten selektiv veröffentlicht oder zurückbehalten hatten.
Die Idee der Arterhaltung schliesslich wurde in erster Linie durch Dawkins’ Theorie des selfish gene widerlegt. Scheinbar selbstloses Verhalten wird vielmehr als reziproker Altruismus gedeutet, also einem allenfalls zeitverschobenen Geben und Nehmen. Trotz dieser Kontroversen verdient der Begründer der «Tierpsychologe», wie Lorenz die Disziplin selbst genannt hatte, im Darwin-Jahr eine Erwähnung.
Und auch den heutigen Ethologen bleiben noch offene Fragen, beispielsweise wie die in beiden Filmen dargestellten Verhaltensmuster gemäss den vier Tinbergen-Fragestellungen zu deuten sind...
Alles Instinkt oder was?
Artübergreifender Altruismus?
Der Ansatz von Lorenz und Tinbergen setzte auf der von Darwin geprägten Evolutionslehre auf, stellte aber das Verhalten, nicht körperliche Merkmale in den Vordergrund. Für kooperatives Verhalten postulierte Lorenz einen inneren Drang zur Arterhaltung. Seine Annahme war, Individuen würden andere Individuen, die enger mit ihnen verwandt sind, häufiger verschonen als solche, die es weitläufiger sind. Hiernach müssten Löwen mit anderen Löwen bevorzugt kooperieren, dem nachranging aber mit anderen Katzen und schließlich mit andere Carnivoren (Beispiel aus dem Wikipedia-Eintrag).
Weder Lorenz als Person noch sein Beitrag zur Forschung haben den Zahn der Zeit unbeschadet überstanden. Seine nationalsozialistische Einstellung - er hatte in den 1940er Jahren von der «Verhausschweinung des Menschen» durch den Wegfall natürlicher Selektionsmechanismen gesprochen - holte ihn ein, nur schon deshalb, weil er auch noch in den 1970er Jahren zu ähnlichem Vokabular gegriffen hatte, um zivilisatorische Zerfallserscheinungen zu beklagen. Seine Schülerin Hanna-Maria Zippelius zeigte später auf, dass die Instinkttheorie methodische Schwächen aufwies und sich Verhaltensstudien von Lorenz und Tinbergen nicht reproduzieren liessen, möglicherweise gar, weil die beiden Autoren Daten selektiv veröffentlicht oder zurückbehalten hatten.
Die Idee der Arterhaltung schliesslich wurde in erster Linie durch Dawkins’ Theorie des selfish gene widerlegt. Scheinbar selbstloses Verhalten wird vielmehr als reziproker Altruismus gedeutet, also einem allenfalls zeitverschobenen Geben und Nehmen. Trotz dieser Kontroversen verdient der Begründer der «Tierpsychologe», wie Lorenz die Disziplin selbst genannt hatte, im Darwin-Jahr eine Erwähnung.
Und auch den heutigen Ethologen bleiben noch offene Fragen, beispielsweise wie die in beiden Filmen dargestellten Verhaltensmuster gemäss den vier Tinbergen-Fragestellungen zu deuten sind...
Alles Instinkt oder was?
Artübergreifender Altruismus?
Unpopulär aber nötig - ein «Nein» zur Komplementärmedizin-Vorlage
26.02.09 21:15
Die Anliegen der Initianten der
Komplementärmedizin-Vorlage klingen nachvollziehbar: Sanfte
Heilmethoden sollen durch die Aufnahme in den kassenpflichtigen
Leistungskatalog aufgewertet werden, die Wahlfreiheit bezüglich
Behandlungsmethoden soll für Patienten erhöht werden und die
Erforschung der Komplementärmedizin soll intensiviert werden.
Gemäss Umfragen befürwortet eine Mehrheit der Bevölkerung die Wiederaufnahme der Komplementärmedizin in die obligatorische Krankengrundversicherung. Und das dürfte mit ein Grund sein, wieso kaum einer genauer hinschaut, man will es sich von links bis rechts nicht mit dem Volk verderben.
Es gibt aber gute Gründe, eben doch genauer hinzusehen. In einer kleinen Serie werden auf diesem Blog deshalb die Initiative, das Umfeld der Initianten, die einzelnen Angebote, mögliche Kostenfolgen und dergleichen ausgeleuchtet.
Beginnen wir mit einem Blick auf die Anbieter: Die Initianten betonen, dass sie daran interessiert sind, dass nur seriöse Leistungserbringer in den Genuss von Krankenkassenvergütungen kommen. Doch unabhängig davon, wie man die fünf Leistungsarten bewertet, die von 1999 bis 2006 in die Grundversicherung Aufnahme gefunden hatten: Das Umfeld der Initianten lässt nicht darauf schliessen, dass sie an einer Flurbereinigung arbeiten. Eine kleine Stichprobe zeigt dies deutlich: Ausgehend vom Anbieterverzeichnis von complemedis, einem Anbieter chinesischer Heilmittel, der hohe Qualitätsansprüche geltend macht, wurde nach grösseren Ausbildern und Praxen im Kanton Zürich mit Online-Informationen gesucht. Hier zwei Kostproben, die nicht als konkrete Einzelfälle interessieren sondern als Stellvertreter dienen sollen:
Creatingspace ist nach eigener Darstellung eine anerkannte Schule für traditionelle chinesische Medizin (TCM). Zum hauseigenen Angebot gehören aber auch Astrologie und Numerologie - Quacksalbereien, die natürlich auch künftig kaum Chancen haben, in den Genuss von Krankenkassenvergütungen zu kommen. Aber es zeigt, dass angeboten wird, wonach der Markt schreit, nicht, was als Teil des Gesundheitswesens angesehen kann.
Website creatingspace.ch (Ausschnitt): TCM, Astrologie, Numerologie - alles da
Die Praxis Seegarten präsentiert sich nüchterner, viele Angebote sind eher technologisch - einige würden sagen, «schulmedizinisch» - ausgerichtet. Nur haben auch sie grossmehrheitlich nichts mit der Leistungspalette zu tun, die durch die Grundversicherung abgedeckt sein soll. Allerlei Anti-Aging und Wellness-Behandlungen werden feilgeboten, darunter auch die Chelat-Therapie, die klar als gefährliche Quacksalberei gebrandmarkt wurde. Auch hier wird das Angebot mit TCM abgerundet.
Website praxis-seegarten.ch (Ausschnitt): Anti-Aging, TCM und Quacksalberei bunt gemischt
Vordergründig könnten die beiden Anbieter nicht unterschiedlicher ausgerichtet sein: Ersterer richtet sich an ein eher esoterik-, zweiterer eher an ein technikgläubiges Publikum: Dreierlei eint sie aber: Ihr Angebot hat nur zu einem kleinen Teil mit medizinischer Grundversorgung zu tun, zu den angebotenen Leistungen gehören explizit auch nutzlose oder gefährliche «Therapien» und - last but not least - sie werden ausdrücklich von einem der grössten Mitspieler im Komplementärmedizinmarkt empfohlen.
Auch zehn Jahre nach der provisorischen Aufnahme einiger komplementärmedizinischer Disziplinen in den Leistungskatalog gilt in der Branche offenbar anything goes. Das zeigt, dass weder sie noch die Initianten ihre Hausaufgabe gemacht haben.
Damit sei die Diskussion lanciert. Im Wochenrhythmus geht’s weiter. Nächsten Donnerstag geht’s weiter mit der Vorstellung der ersten Behandlungsform, die nach Vorstellung der Initianten wieder in den Leistungskatalog aufgenommen werden soll, der Neuraltherapie.
Gemäss Umfragen befürwortet eine Mehrheit der Bevölkerung die Wiederaufnahme der Komplementärmedizin in die obligatorische Krankengrundversicherung. Und das dürfte mit ein Grund sein, wieso kaum einer genauer hinschaut, man will es sich von links bis rechts nicht mit dem Volk verderben.
Es gibt aber gute Gründe, eben doch genauer hinzusehen. In einer kleinen Serie werden auf diesem Blog deshalb die Initiative, das Umfeld der Initianten, die einzelnen Angebote, mögliche Kostenfolgen und dergleichen ausgeleuchtet.
Beginnen wir mit einem Blick auf die Anbieter: Die Initianten betonen, dass sie daran interessiert sind, dass nur seriöse Leistungserbringer in den Genuss von Krankenkassenvergütungen kommen. Doch unabhängig davon, wie man die fünf Leistungsarten bewertet, die von 1999 bis 2006 in die Grundversicherung Aufnahme gefunden hatten: Das Umfeld der Initianten lässt nicht darauf schliessen, dass sie an einer Flurbereinigung arbeiten. Eine kleine Stichprobe zeigt dies deutlich: Ausgehend vom Anbieterverzeichnis von complemedis, einem Anbieter chinesischer Heilmittel, der hohe Qualitätsansprüche geltend macht, wurde nach grösseren Ausbildern und Praxen im Kanton Zürich mit Online-Informationen gesucht. Hier zwei Kostproben, die nicht als konkrete Einzelfälle interessieren sondern als Stellvertreter dienen sollen:
Creatingspace ist nach eigener Darstellung eine anerkannte Schule für traditionelle chinesische Medizin (TCM). Zum hauseigenen Angebot gehören aber auch Astrologie und Numerologie - Quacksalbereien, die natürlich auch künftig kaum Chancen haben, in den Genuss von Krankenkassenvergütungen zu kommen. Aber es zeigt, dass angeboten wird, wonach der Markt schreit, nicht, was als Teil des Gesundheitswesens angesehen kann.
Website creatingspace.ch (Ausschnitt): TCM, Astrologie, Numerologie - alles da
Die Praxis Seegarten präsentiert sich nüchterner, viele Angebote sind eher technologisch - einige würden sagen, «schulmedizinisch» - ausgerichtet. Nur haben auch sie grossmehrheitlich nichts mit der Leistungspalette zu tun, die durch die Grundversicherung abgedeckt sein soll. Allerlei Anti-Aging und Wellness-Behandlungen werden feilgeboten, darunter auch die Chelat-Therapie, die klar als gefährliche Quacksalberei gebrandmarkt wurde. Auch hier wird das Angebot mit TCM abgerundet.
Website praxis-seegarten.ch (Ausschnitt): Anti-Aging, TCM und Quacksalberei bunt gemischt
Vordergründig könnten die beiden Anbieter nicht unterschiedlicher ausgerichtet sein: Ersterer richtet sich an ein eher esoterik-, zweiterer eher an ein technikgläubiges Publikum: Dreierlei eint sie aber: Ihr Angebot hat nur zu einem kleinen Teil mit medizinischer Grundversorgung zu tun, zu den angebotenen Leistungen gehören explizit auch nutzlose oder gefährliche «Therapien» und - last but not least - sie werden ausdrücklich von einem der grössten Mitspieler im Komplementärmedizinmarkt empfohlen.
Auch zehn Jahre nach der provisorischen Aufnahme einiger komplementärmedizinischer Disziplinen in den Leistungskatalog gilt in der Branche offenbar anything goes. Das zeigt, dass weder sie noch die Initianten ihre Hausaufgabe gemacht haben.
Damit sei die Diskussion lanciert. Im Wochenrhythmus geht’s weiter. Nächsten Donnerstag geht’s weiter mit der Vorstellung der ersten Behandlungsform, die nach Vorstellung der Initianten wieder in den Leistungskatalog aufgenommen werden soll, der Neuraltherapie.
Darwin-Ausstellung im Naturhistorischen Museum Bern - verpasste Chance
14.02.09 22:04
Pünktlich zu Darwins Geburtstag am 12. Februar
wurde sie eröffnet, die Ausstellung «Es war einmal ein Fink». Was mit
einem witzigen Plakat als Sonderausstellung
angekündigt wird, entpuppt sich vor Ort im
Naturhistorischen Museum der Burgergemeinde Bern
als kleine Schaukastensammlung im zweiten Stock.
In einer ersten Vitrine wird das Prinzip der Mutation anhand einer Genmanipulation an der Fruchtfliege, dem erstmaligen Auftreten von blauen Augen beim Menschen vor rund 6000 Jahren und ungewöhnlichen Fellfarben aufgrund von hohen oder tiefen Melaninanteilen erläutert. Der nächste Kasten ist dem Thema Variation gewidmet und zeigt, wie beim Mäusebussard und der Hummel-Ragwurz-Orchidee innerhalb derselben Art gewisse Merkmale sehr unterschiedlich ausgeprägt sein können. Daneben wird auf das Prinzip der Selektion eingegangen und am Beispiel des Hornkäfers gezeigt, wie sexuelle Selektion der Anpassungsfähigkeit an die Umwelt entgegenwirken kann und wie der Mensch beim Hund durch Zucht auf dessen Evolution Einfluss nahm. Die drei Kästen sind zwar logisch angeordnet und sollen aufzeigen, wie Mutationen zu Variationen in einer Bevölkerung führen und diese wiederum eine Grundlage der Selektion sind. Doch die Besucher werden nicht wirklich geführt, es wird kaum versucht, eine schlüssige Geschichte zu erklären. So bleibt beispielsweise unerwähnt, dass es immer einen umweltbedingten Selektionsdruck braucht, der unter anderem dadurch entsteht, dass Tiere wie Pflanzen mehr Nachkommen erzeugen, als die Umwelt aufnehmen kann.
Nach den drei Vitrinen - sie werden auf der anderen Seite des Korridors begleitet von kleinen Schaukästen mit kaum kommentierten ausgestopften Finken und anderen Vogelarten - erwartet den Zuschauer ein Kurzfilm, der das Entstehen einer neuen Art illustrieren soll. Ein Erzähler in einer Werkstatt - der Sinn der Kulisse erschloss sich mir nicht - berichtet von zwei Migrationsbewegungen von Buchfinken vom europäischen Festland auf die Kanarischen Inseln. Er erläutert, dass aufgrund des grossen Zeitabstandes zwischen den beiden Ansiedlungen und der leicht unterschiedlichen Entwicklungen, welche die beiden Populationen durchgemacht hatten, sich zwei Arten gebildet hatten, die sich trotz des erneut gemeinsamen Lebensraums nicht mehr untereinander kreuzten. Es scheint, also ob sich die Macher nicht recht entscheiden konnten, ob der Film lehrhaft oder witzig sein sollte. Eins aber ist sicher: Die meisten Zuschauer liefen nach wenigen Sekunden desinteressiert weiter - trotz (oder wegen?) der die ganze Ausstellung durchdringenden Lautstärke.
Nach der Leinwand geht’s bereits wieder Richtung Ausgang. Auf der Rückseite der Vitrinenwand erwarten den Zuschauer weitere Schaukästen, eine mit einer Ammonitensammlung und einer Zeittafel, an der mehrere Besucher rätselten, wie sie denn zu lesen war. Im benachbarten Kasten geht’s um die Menschwerdung. Und spätestens hier wird’s leider richtiggehend ärgerlich. Nach dem Prinzip der Kladistik sind ausgestorbene und heutige Primatenlinien aufgeführt, ganz rechts symbolisieren die Schädel des Menschen und der grossen Menschenaffen die aktuellen Gattungen. Die sind allerdings nur auf lateinisch beschriftet, wer also nicht weiss, dass Pan Schimpansen und Pongo Orangutans sind, kommt mit der Darstellung wohl kaum klar. Das sind völlig unnötige Hürden bei einer Ausstellung, die sich nicht an ein Fachpublikum richtet.
Die Entwicklung der Primatenarten (Ausschnitt):
Kaum Erläuterungen und ausschliesslich lateinische Beschriftungen (Handyfoto)
Vielleicht muss, wer eine Ausstellung sehen will, die Darwin gerecht wird, nach London gehen. Ali Arbia jedenfalls empfiehlt in seinem Blogbeitrag die Ausstellung «Darwin: Big idea, big exhibition» des dortigen Naturhistorischen Museums.
In einer ersten Vitrine wird das Prinzip der Mutation anhand einer Genmanipulation an der Fruchtfliege, dem erstmaligen Auftreten von blauen Augen beim Menschen vor rund 6000 Jahren und ungewöhnlichen Fellfarben aufgrund von hohen oder tiefen Melaninanteilen erläutert. Der nächste Kasten ist dem Thema Variation gewidmet und zeigt, wie beim Mäusebussard und der Hummel-Ragwurz-Orchidee innerhalb derselben Art gewisse Merkmale sehr unterschiedlich ausgeprägt sein können. Daneben wird auf das Prinzip der Selektion eingegangen und am Beispiel des Hornkäfers gezeigt, wie sexuelle Selektion der Anpassungsfähigkeit an die Umwelt entgegenwirken kann und wie der Mensch beim Hund durch Zucht auf dessen Evolution Einfluss nahm. Die drei Kästen sind zwar logisch angeordnet und sollen aufzeigen, wie Mutationen zu Variationen in einer Bevölkerung führen und diese wiederum eine Grundlage der Selektion sind. Doch die Besucher werden nicht wirklich geführt, es wird kaum versucht, eine schlüssige Geschichte zu erklären. So bleibt beispielsweise unerwähnt, dass es immer einen umweltbedingten Selektionsdruck braucht, der unter anderem dadurch entsteht, dass Tiere wie Pflanzen mehr Nachkommen erzeugen, als die Umwelt aufnehmen kann.
Nach den drei Vitrinen - sie werden auf der anderen Seite des Korridors begleitet von kleinen Schaukästen mit kaum kommentierten ausgestopften Finken und anderen Vogelarten - erwartet den Zuschauer ein Kurzfilm, der das Entstehen einer neuen Art illustrieren soll. Ein Erzähler in einer Werkstatt - der Sinn der Kulisse erschloss sich mir nicht - berichtet von zwei Migrationsbewegungen von Buchfinken vom europäischen Festland auf die Kanarischen Inseln. Er erläutert, dass aufgrund des grossen Zeitabstandes zwischen den beiden Ansiedlungen und der leicht unterschiedlichen Entwicklungen, welche die beiden Populationen durchgemacht hatten, sich zwei Arten gebildet hatten, die sich trotz des erneut gemeinsamen Lebensraums nicht mehr untereinander kreuzten. Es scheint, also ob sich die Macher nicht recht entscheiden konnten, ob der Film lehrhaft oder witzig sein sollte. Eins aber ist sicher: Die meisten Zuschauer liefen nach wenigen Sekunden desinteressiert weiter - trotz (oder wegen?) der die ganze Ausstellung durchdringenden Lautstärke.
Nach der Leinwand geht’s bereits wieder Richtung Ausgang. Auf der Rückseite der Vitrinenwand erwarten den Zuschauer weitere Schaukästen, eine mit einer Ammonitensammlung und einer Zeittafel, an der mehrere Besucher rätselten, wie sie denn zu lesen war. Im benachbarten Kasten geht’s um die Menschwerdung. Und spätestens hier wird’s leider richtiggehend ärgerlich. Nach dem Prinzip der Kladistik sind ausgestorbene und heutige Primatenlinien aufgeführt, ganz rechts symbolisieren die Schädel des Menschen und der grossen Menschenaffen die aktuellen Gattungen. Die sind allerdings nur auf lateinisch beschriftet, wer also nicht weiss, dass Pan Schimpansen und Pongo Orangutans sind, kommt mit der Darstellung wohl kaum klar. Das sind völlig unnötige Hürden bei einer Ausstellung, die sich nicht an ein Fachpublikum richtet.
Die Entwicklung der Primatenarten (Ausschnitt):
Kaum Erläuterungen und ausschliesslich lateinische Beschriftungen (Handyfoto)
Vielleicht muss, wer eine Ausstellung sehen will, die Darwin gerecht wird, nach London gehen. Ali Arbia jedenfalls empfiehlt in seinem Blogbeitrag die Ausstellung «Darwin: Big idea, big exhibition» des dortigen Naturhistorischen Museums.
Von Gauklern, Scharlatanen und Scheinwissenschaftlern
11.01.09 16:48
Das Wort zum
Tag
Gute Gaukler sind wunderbare Kleinkünstler. Sie trumpfen als Akrobaten, Jongleure, Zauberer oder Gedächtniskünstler scheinbar mit übernatürlichen Fähigkeiten auf - aber eben nur scheinbar. Der Reiz fürs Publikum liegt genau darin, dass klar bleibt, dass die Künstler in Wirklichkeit solide Handwerker sind, die bestens eingeübte, aber kaum zu durchschauende Tricks vorführen.
Es gibt allerdings auch solche, die sich nicht als gewöhnliche Strassen- oder Bühnenkünstler präsentieren mögen, ihr Vorgaukeln geht einen Schritt weiter. Sie behaupten, tatsächlich Fähigkeiten zu besitzen, die sie nicht haben und verpacken ihre Darstellungen in abenteuerliche Geschichten. Im dafür gebräuchlichen Etikett «Scharlatan» versteckt sich das italienische ciarlare, schwatzen. Knaurs Universallexikon definiert den Begriff entsprechend als «jemand, der sich durch Redegewandtheit zu Unrecht den Ruf eines Fachmannes verschafft (bes. in der Med.)». Scheinheiler dürften wohl tatsächlich die Mehrheit unter den Scharlatanen ausmachen. Doch es gibt sie auch in anderen Disziplinen - und das ist beileibe kein neues Phänomen. Johann Burckhardt Mencke, der in zweiter Generation die erste wissenschaftliche Zeitschrift des deutschsprachigen Raums herausgab, schrieb schon 1713 von der Scharlatanierie der Gelehrten. Zwischen 1717 und 1742 veröffentlichte er Zusatzbände zu den Berufsgruppen der Ärzte, der Geistlichen und der Juristen).
Eine weit verbreitete moderne Form der Scharlatanerie ist, Glaubenskonstrukte scheinwissenschaftlich zu «beweisen». Hierbei wird der Wortschatz von Geistes- oder Naturwissenschaften übernommen und suggeriert, Schlüsse würden nach anerkannten Methoden gezogen. Zur Untermauerung der eigenen esoterischen oder religiösen Glaubenssätze werden allerdings elementare wissenschaftliche Regeln verletzt. Zum Beispiel erfolgen Interpretationen vor dem Durchführen von Beobachtungen oder es werden nicht falsifizierbare Behauptungen aufgestellt oder unschlüssige Beweisführungen aufgestellt. Dies ist auch bei dem Kreationisten der Fall, dem ich am 21.12.2008 einen Beitrag widmete. Wer keine andere anderen Erklärungsmodelle zulässt als bibelkonforme, betreibt Scheinwissenschaft. Dies muss durchaus nicht in böser Absicht erfolgen. Im Klappentext zum (leider vergriffenen) Buch Scharlatane: zehn Fallstudien von Gregor Eisenhauer wird dies verdeutlicht:
Aus dem Umfeld des kritisierten Kreationisten kam die Aufforderung, die Bezeichnung «Scharlatan» zu entfernen. Dazu besteht kein Anlass. Aber der Begriff scheint - zumindest für einzelne - erklärungsbedürftig. Dies sei hiermit nachgeholt.
Bild: Pablo Picasso, Die Gauklerfamilie, 1905, National Gallery of Art, Washington D.C., USA
Gute Gaukler sind wunderbare Kleinkünstler. Sie trumpfen als Akrobaten, Jongleure, Zauberer oder Gedächtniskünstler scheinbar mit übernatürlichen Fähigkeiten auf - aber eben nur scheinbar. Der Reiz fürs Publikum liegt genau darin, dass klar bleibt, dass die Künstler in Wirklichkeit solide Handwerker sind, die bestens eingeübte, aber kaum zu durchschauende Tricks vorführen.
Es gibt allerdings auch solche, die sich nicht als gewöhnliche Strassen- oder Bühnenkünstler präsentieren mögen, ihr Vorgaukeln geht einen Schritt weiter. Sie behaupten, tatsächlich Fähigkeiten zu besitzen, die sie nicht haben und verpacken ihre Darstellungen in abenteuerliche Geschichten. Im dafür gebräuchlichen Etikett «Scharlatan» versteckt sich das italienische ciarlare, schwatzen. Knaurs Universallexikon definiert den Begriff entsprechend als «jemand, der sich durch Redegewandtheit zu Unrecht den Ruf eines Fachmannes verschafft (bes. in der Med.)». Scheinheiler dürften wohl tatsächlich die Mehrheit unter den Scharlatanen ausmachen. Doch es gibt sie auch in anderen Disziplinen - und das ist beileibe kein neues Phänomen. Johann Burckhardt Mencke, der in zweiter Generation die erste wissenschaftliche Zeitschrift des deutschsprachigen Raums herausgab, schrieb schon 1713 von der Scharlatanierie der Gelehrten. Zwischen 1717 und 1742 veröffentlichte er Zusatzbände zu den Berufsgruppen der Ärzte, der Geistlichen und der Juristen).
Eine weit verbreitete moderne Form der Scharlatanerie ist, Glaubenskonstrukte scheinwissenschaftlich zu «beweisen». Hierbei wird der Wortschatz von Geistes- oder Naturwissenschaften übernommen und suggeriert, Schlüsse würden nach anerkannten Methoden gezogen. Zur Untermauerung der eigenen esoterischen oder religiösen Glaubenssätze werden allerdings elementare wissenschaftliche Regeln verletzt. Zum Beispiel erfolgen Interpretationen vor dem Durchführen von Beobachtungen oder es werden nicht falsifizierbare Behauptungen aufgestellt oder unschlüssige Beweisführungen aufgestellt. Dies ist auch bei dem Kreationisten der Fall, dem ich am 21.12.2008 einen Beitrag widmete. Wer keine andere anderen Erklärungsmodelle zulässt als bibelkonforme, betreibt Scheinwissenschaft. Dies muss durchaus nicht in böser Absicht erfolgen. Im Klappentext zum (leider vergriffenen) Buch Scharlatane: zehn Fallstudien von Gregor Eisenhauer wird dies verdeutlicht:
Die Lust am Betrug und am Selbstbetrug eint Täter und Opfer. Nicht selten glaubt der Scharlatan selbst, was er sagt; das lernt er im Lauf seiner Karriere - nicht zuletzt, weil seine Kundschaft ihm fanatisch anhängt. Dabei ahnen alle die Gefahr. Doch die Hoffnung auf eine wunderhafte Wendung scheint ihnen immer noch trostreicher als der Trott des gesunden Menschenverstandes.
Aus dem Umfeld des kritisierten Kreationisten kam die Aufforderung, die Bezeichnung «Scharlatan» zu entfernen. Dazu besteht kein Anlass. Aber der Begriff scheint - zumindest für einzelne - erklärungsbedürftig. Dies sei hiermit nachgeholt.
Bild: Pablo Picasso, Die Gauklerfamilie, 1905, National Gallery of Art, Washington D.C., USA
2009: Galileo und Darwin reloaded
03.01.09 18:38
Aus religiöser Sicht waren (und sind) die erfahrenen Kränkungen in der Tat fundamental: Unser Planet bildet mitnichten das Zentrum des Universums und der Mensch ist kein nach irgend einem göttlichen Ebenbild geschaffenes Wesen. Logisch, dass beide Wissenschafter von der jeweiligen Staatskirche bekämpft wurden. Galileo wurde durch die Inquisitoren gezwungen, seine Schlussfolgerungen zu widerrufen. Und Darwin wurde von Vertretern der anglikanischen Kirche geächtet.
Die beiden Forscher und ihre monumentalen Beiträge zu unserem naturwissenschaftlichen Verständnis werden dieses Jahr gebührlich gefeiert, 2009 ist zugleich das Internationale Jahr der Astronomie und das Darwin-Jahr.
Und so langsam scheinen sich auch die Kirchen daran zu gewöhnen, dass ihre eigenen Weltbilder reformbedürftig sind. «Bereits» 1979 hatte die katholische Kirche eine Kommission eingesetzt, um den «Fall Galileo» neu aufzurollen. Und blosse 12 Jahre später verkündete der Vatikan, dass Galileo mit seiner heliozentrischen Sicht tatsächlich richtig gelegen hatte. Und nun will die Kirche ihm gar in ihren Heiligtümern eine Statue errichten. Und rechtzeitig zum Jubiläum sendet auch ein Vertreter der Anglikanischen Kirche ein mea culpa aus. (Von einer Statue in der Canterbury Cathedral ist allerdings noch nicht die Rede...)
Mit oder ohne kirchlichen Segen, etliche Veranstaltungen im Rahmen der beiden Jubiläumsjahre sind auf jeden Fall einen Besuch wert. Anlässe in der deutschsprachigen Schweiz zum Astronomiejahr sind hier aufgeführt und solche zum Darwin-Jahr hier (in Zürich) und hier (Bern).
Religulous - aktuelle Fallbeispiele
14.12.08 14:27
Das
Wort zum Sonntag
Ob’s an der Jahreszeit liegt? Religiöse Wirrköpfe bemühen sich aktuell mit besonders absurden Verlautbarungen um Schlagzeilen. In England verspricht der von Sozialhilfe lebende Imam und Rechtsanwalt Anjem Choudary seinen muslimischen Glaubensbrüdern die Verdammung in der Hölle, sollten sie an Weihnachtsfeiern teilnehmen. Und in der Schweiz betet Ex-Junkie und SVP-Aktivist Daniel Regli mit seiner putzigen Familienlobby für Regen während der nächstjährigen «Euro Pride», da er Homosexualität als Sünde betrachtet.
Selbstredend begründen sowohl Choudary wie auch
Regli ihre Positionen mit Verweisen auf ihre
jeweiligen religiösen Lieblingstexte. Entsprechend
lau blieb die gesellschaftliche Unterstützung für die
Sektierer.
Vielleicht sollten sie’s mal mit der Strategie des Leipziger Theologieprofessors Peter Zimmerling versuchen. Er empfiehlt seinen Schäfchen, beim Missionieren eine nicht-religiöse Alltagsprache zu verwenden und an populäre Kultur, etwa an Kinofilme, anzuknüpfen.
Hervorragend dazu geeignet wäre beispielsweise der Film «Religulous», in dem der US-Amerikanische Satiriker und Bill Maher eine ganze Palette an religiösen Wirrköpfen präsentiert. Damit sollte ihnen sogar das gelingen, wonach sich Zimmerling so sehr sehnt: Mit Atheisten ins Gespräch zu kommen.
(Teile via SideEffects und humanistischer Pressedienst)
Ob’s an der Jahreszeit liegt? Religiöse Wirrköpfe bemühen sich aktuell mit besonders absurden Verlautbarungen um Schlagzeilen. In England verspricht der von Sozialhilfe lebende Imam und Rechtsanwalt Anjem Choudary seinen muslimischen Glaubensbrüdern die Verdammung in der Hölle, sollten sie an Weihnachtsfeiern teilnehmen. Und in der Schweiz betet Ex-Junkie und SVP-Aktivist Daniel Regli mit seiner putzigen Familienlobby für Regen während der nächstjährigen «Euro Pride», da er Homosexualität als Sünde betrachtet.
Vielleicht sollten sie’s mal mit der Strategie des Leipziger Theologieprofessors Peter Zimmerling versuchen. Er empfiehlt seinen Schäfchen, beim Missionieren eine nicht-religiöse Alltagsprache zu verwenden und an populäre Kultur, etwa an Kinofilme, anzuknüpfen.
Hervorragend dazu geeignet wäre beispielsweise der Film «Religulous», in dem der US-Amerikanische Satiriker und Bill Maher eine ganze Palette an religiösen Wirrköpfen präsentiert. Damit sollte ihnen sogar das gelingen, wonach sich Zimmerling so sehr sehnt: Mit Atheisten ins Gespräch zu kommen.
(Teile via SideEffects und humanistischer Pressedienst)
Wenn Kieselsteine und Neuronen sich verschränken
07.12.08 10:54
Am vergangenen Montag luden der Hochschulableger
Life Science Zurich, die Stiftung Science et Cité und das
PR-Büro advocacy in die Buchhandlung und
Bar sphères zur diesmonatigen Science Bar ein. Hier eine leicht
verspätete Rückschau auf den Abend zum Thema
«Spukt es in der Welt oder im
Hirn?», an dem der
Neuopsychologe Peter Brugger und der Physiker
und Psychologe Walter von Lucadou auftraten.
Peter Brugger geht davon aus, dass sich scheinbar übersinnliche Erlebnisse am besten dadurch erklären lassen, dass unser Hirn uns gelegentlich einen Streich spielt. Er interessiert sich deshalb vornehmlich für neuronale Strukturen und deren Funktionieren und erforscht Unterschiede zwischen Menschen, welche als skeptische Denker gelten und denjenigen, die sich schnell für übersinnliche Deutungen erwärmen. Die zweite Gruppe neigt unter anderem eher dazu, Ereignisse, die kurz hintereinander auftreten, in einen bedeutungsvollen Zusammenhang zu stellen, beispielsweise wenn jemand anruft, an den man eben gedacht hat. Das Bilden solcher Assoziationen wird durch Prozesse in der rechten Hirnhälfte begünstigt. Und die scheint bei Menschen mit einem Hang zum Paranormalen überdurchschnittlich aktiv zu sein.
Auch Walter von Lucadou geht von neuronalen Unterschieden zwischen den beiden Gruppen aus. Dennoch sucht er Erklärungen am liebsten in der Aussenwelt. Und da spielt er zuweilen gerne den nüchternen Physiker. Eine Geschichte, die er zwar an diesem Abend nicht erzählte, die aber in Interviews gerne zum Besten gibt, ist diejenige eines Mannes, der sich an ihn wandte, weil aus seinem Teekessel scheinbar Stimmen kamen. Von Lucadau erkannte, dass der Teekessel auf der Herdplatte im Strahlungsfeld eines Mittelwellesenders zum Lautsprecher wurde, die Stimmen waren also nichts anderes als das Radioprogramm. Doch nicht immer weiss er seltsame Vorkommnisse ebenso leicht zu deuten. So berichtete er von einem Haus, in dem Kieselsteine scheinbar aus dem Nichts auf den Boden zu fallen pflegten, wenn die Hausbewohner zugegen waren. Auch hier vermutete er den Spuk, den er selbst erlebt hatte und mit einem Schächtelchen solcher Kieselsteine zu illustrieren suchte, in der Aussenwelt und nicht in den Gehirnen der Beobachter.
Auf die Frage - ich konnte sie mir nicht verkneifen - ob er sich denn erklären könne, wie sich denn die Steine offenbar selektiv denjenigen vor die Füsse werfen, deren Gehirn so beschaffen ist, dass sie den Spuk tatsächlich wahrnehmen, wurde von Lucadou, der bereits den grössten Teil der Redezeit für sich beansprucht hatte, noch einmal so richtig redselig. Schwache Quantentheorie ist seine Erklärung. Damit lässt sich aus seiner Sicht nicht nur gefühlte Gedankenübertragung erklären sondern eben auch das Auftauchen von Kieselsteinen aus dem Nichts. Die Quantenmechanik besagt, dass unter gewissen Umständen zwei subatomare Teilchen nur als Gesamtsystem beschrieben werden können, eben dann, wenn sie so genannt verschränkt sind. Und diese Verschränkung führt nun offenbar zu einer Koordination zwischen Kieselsteinen und Gehirnstrukturen. Kaum wünscht sich die Tochter der Familie, die von Lucadou als wahrscheinliche Ursache des Spuks darstellte, Kieselsteine herbei, kommen sie - quantenphysikalischer Verschränkung sei dank - heran geflogen. Für Ausführungen, wie denn diese Verschränkung konkret zustande komme und was denn genau passiert, wenn die Wünsche verschiedener Anwesender einander ausschliessen, reichte die Diskussionszeit leider nicht mehr.
Peter Brugger geht davon aus, dass sich scheinbar übersinnliche Erlebnisse am besten dadurch erklären lassen, dass unser Hirn uns gelegentlich einen Streich spielt. Er interessiert sich deshalb vornehmlich für neuronale Strukturen und deren Funktionieren und erforscht Unterschiede zwischen Menschen, welche als skeptische Denker gelten und denjenigen, die sich schnell für übersinnliche Deutungen erwärmen. Die zweite Gruppe neigt unter anderem eher dazu, Ereignisse, die kurz hintereinander auftreten, in einen bedeutungsvollen Zusammenhang zu stellen, beispielsweise wenn jemand anruft, an den man eben gedacht hat. Das Bilden solcher Assoziationen wird durch Prozesse in der rechten Hirnhälfte begünstigt. Und die scheint bei Menschen mit einem Hang zum Paranormalen überdurchschnittlich aktiv zu sein.
Auch Walter von Lucadou geht von neuronalen Unterschieden zwischen den beiden Gruppen aus. Dennoch sucht er Erklärungen am liebsten in der Aussenwelt. Und da spielt er zuweilen gerne den nüchternen Physiker. Eine Geschichte, die er zwar an diesem Abend nicht erzählte, die aber in Interviews gerne zum Besten gibt, ist diejenige eines Mannes, der sich an ihn wandte, weil aus seinem Teekessel scheinbar Stimmen kamen. Von Lucadau erkannte, dass der Teekessel auf der Herdplatte im Strahlungsfeld eines Mittelwellesenders zum Lautsprecher wurde, die Stimmen waren also nichts anderes als das Radioprogramm. Doch nicht immer weiss er seltsame Vorkommnisse ebenso leicht zu deuten. So berichtete er von einem Haus, in dem Kieselsteine scheinbar aus dem Nichts auf den Boden zu fallen pflegten, wenn die Hausbewohner zugegen waren. Auch hier vermutete er den Spuk, den er selbst erlebt hatte und mit einem Schächtelchen solcher Kieselsteine zu illustrieren suchte, in der Aussenwelt und nicht in den Gehirnen der Beobachter.
Auf die Frage - ich konnte sie mir nicht verkneifen - ob er sich denn erklären könne, wie sich denn die Steine offenbar selektiv denjenigen vor die Füsse werfen, deren Gehirn so beschaffen ist, dass sie den Spuk tatsächlich wahrnehmen, wurde von Lucadou, der bereits den grössten Teil der Redezeit für sich beansprucht hatte, noch einmal so richtig redselig. Schwache Quantentheorie ist seine Erklärung. Damit lässt sich aus seiner Sicht nicht nur gefühlte Gedankenübertragung erklären sondern eben auch das Auftauchen von Kieselsteinen aus dem Nichts. Die Quantenmechanik besagt, dass unter gewissen Umständen zwei subatomare Teilchen nur als Gesamtsystem beschrieben werden können, eben dann, wenn sie so genannt verschränkt sind. Und diese Verschränkung führt nun offenbar zu einer Koordination zwischen Kieselsteinen und Gehirnstrukturen. Kaum wünscht sich die Tochter der Familie, die von Lucadou als wahrscheinliche Ursache des Spuks darstellte, Kieselsteine herbei, kommen sie - quantenphysikalischer Verschränkung sei dank - heran geflogen. Für Ausführungen, wie denn diese Verschränkung konkret zustande komme und was denn genau passiert, wenn die Wünsche verschiedener Anwesender einander ausschliessen, reichte die Diskussionszeit leider nicht mehr.
Cédric Wermuth (Juso): Weniger rauchen, mehr lesen!
15.08.08 17:09
Die Juso wirbt für die Annahme der Hanf-Initiative, und das ist gut
so. Die Initiative will den Besitz und den
Konsum von Cannabis legalisieren, ebenso den
Anbau der Hanfpflanze für den Eigenbedarf.
Weiter soll ein limitierter Handel zugelassen
und die Produktion geregelt werden. Die sinnlose
Verfolgung von Hanfkonsumenten kann damit
beendet werden. Dem Jugendschutz soll mittels
Werbeverbot und (per Gesetz zu bestimmenden)
weiteren Massnahmen Rechnung getragen werden.
In einem Interview mit 20 Minuten präsentiert JUSO-Präsident Cédric Wermuth deren Kampagne und liefert dabei völlig unnötigerweise den Gegnern Munition, indem er aufzeigt, wie schlecht informiert er ist: Zu den Risiken eines regelmässigen Cannabis-Konsums sagt er:
Cédric, das ist nicht nur ungrammatisch, das ist Unsinn. Dass Personen, die unter Schizophrenie leiden, überdurchschnittlich häufig starke Cannabiskonsumenten sind oder waren, ist schon seit Jahren bekannt. Weniger klar blieb lange, ob eine bestimmte Vorprägung sowohl die Schizophrenieanfälligkeit wie auch die Neigung zu starkem Cannabiskonsum erhöht oder ob die psychoaktiven Wirkstoffe der Hanfpflanze als ein eigentlicher Auslöser der Krankheit in Frage kommen.
Es ist intensiv geforscht worden in diesem Bereich - und da Cannabiskonsum in vielen Ländern weit verbreitet ist, gibt es zahlreiche Studien, die auf grossen Datenmengen basieren. Die Befunde lassen keine andere Interpretation mehr zu, als dass starker Cannabiskonsum das Risiko, an Schizophrenie zu erkranken, signifikant erhöht. Dies gilt insbesondere für Jugendliche (für junge Männer stärker als für junge Frauen) und für Personen, bei denen familiär eine Psychoseanfälligkeit vorhanden ist.
Die Initiative will die Hüterrolle des Staates zurückbinden und es jedem einzelnen und jeder einzelnen überlassen, ob und wie viel er oder sie konsumieren mag. Dieser Aufruf zu mehr Selbstverantwortung wird politisch erfreulich breit getragen. Selbstverantwortlich handeln kann aber nur, wer informiert ist. Medizinschen Unsinn zu erzählen, weil es der eigenen Kampagne dienlich scheint, ist unverantwortlich. Zum einen, weil die Aufklärung über die Risiken ein wichtiges Anliegen der Initiative ist, aber auch, weil solche Verharmlosungen die Initiative viel eher gefährden als ein redlicher Umgang mit Fakten.
Ein paar Links zum Thema (alles englischsprachige Quellen, sorry):
http://www.schizophrenia.com/prevention/streetdrugs.html
http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/16319402?dopt=Abstract
http://www.abc.net.au/rn/allinthemind/stories/2006/1605866.htm
http://lib.bioinfo.pl/pmid:18519827
http://lib.bioinfo.pl/pmid:18473254
In einem Interview mit 20 Minuten präsentiert JUSO-Präsident Cédric Wermuth deren Kampagne und liefert dabei völlig unnötigerweise den Gegnern Munition, indem er aufzeigt, wie schlecht informiert er ist: Zu den Risiken eines regelmässigen Cannabis-Konsums sagt er:
Ein kausaler Zusammenhang etwa zwischen Schizophrenie und Hanfkonsum konnte noch keine Studie nachweisen.
Cédric, das ist nicht nur ungrammatisch, das ist Unsinn. Dass Personen, die unter Schizophrenie leiden, überdurchschnittlich häufig starke Cannabiskonsumenten sind oder waren, ist schon seit Jahren bekannt. Weniger klar blieb lange, ob eine bestimmte Vorprägung sowohl die Schizophrenieanfälligkeit wie auch die Neigung zu starkem Cannabiskonsum erhöht oder ob die psychoaktiven Wirkstoffe der Hanfpflanze als ein eigentlicher Auslöser der Krankheit in Frage kommen.
Es ist intensiv geforscht worden in diesem Bereich - und da Cannabiskonsum in vielen Ländern weit verbreitet ist, gibt es zahlreiche Studien, die auf grossen Datenmengen basieren. Die Befunde lassen keine andere Interpretation mehr zu, als dass starker Cannabiskonsum das Risiko, an Schizophrenie zu erkranken, signifikant erhöht. Dies gilt insbesondere für Jugendliche (für junge Männer stärker als für junge Frauen) und für Personen, bei denen familiär eine Psychoseanfälligkeit vorhanden ist.
Die Initiative will die Hüterrolle des Staates zurückbinden und es jedem einzelnen und jeder einzelnen überlassen, ob und wie viel er oder sie konsumieren mag. Dieser Aufruf zu mehr Selbstverantwortung wird politisch erfreulich breit getragen. Selbstverantwortlich handeln kann aber nur, wer informiert ist. Medizinschen Unsinn zu erzählen, weil es der eigenen Kampagne dienlich scheint, ist unverantwortlich. Zum einen, weil die Aufklärung über die Risiken ein wichtiges Anliegen der Initiative ist, aber auch, weil solche Verharmlosungen die Initiative viel eher gefährden als ein redlicher Umgang mit Fakten.
Ein paar Links zum Thema (alles englischsprachige Quellen, sorry):
http://www.schizophrenia.com/prevention/streetdrugs.html
http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/16319402?dopt=Abstract
http://www.abc.net.au/rn/allinthemind/stories/2006/1605866.htm
http://lib.bioinfo.pl/pmid:18519827
http://lib.bioinfo.pl/pmid:18473254
Europameister im Kinderkrankheiten verbreiten
24.04.08 13:03
Eigentlich haben sich schon genügend helvetische (und andere) BloggerInnen zu Wort gemeldet -
gegen Impfverweigerung anzuschrei(b)en scheint
wirklungslos.
Dennoch ein paar Fakten: Mehr als 13001 Personen sind in der Schweiz seit Jahresbeginn an Masern erkrankt - Mitte März waren's noch 700. Kein Wunder, werden doch 98% aller Ungeimpften, die mit Masernerkrankten in Kontakt kommen, vom Virus befallen. Deshalb sind die ach so kultigen Masern-Parties auch jeweils ein «voller Erfolg» - wie auch das schnelle Weiterreichen der Krankheit von Land zu Land.
Für einen nicht geringen Teil der Angesteckten gibt es nach einer Masern-Party allerdings wenig zu feiern: 133 der 699 bis Mitte März beim Bundesamt für Gesundheit registrierten Masernpatienten mussten hospitalisiert werden. 79 hatten hatten eine Lungenentzündung und sechs eine diagnostizierte oder vermutete Gehirnentzündung. Bei Masern gilt: Was einen nicht umbringt (Chance 1:500), macht nicht unbedingt stark sondern vielleicht einfach nur debil.
Wer glaubt, diese Risiken seien in Kauf zu nehmen, da eine Impfung ja fast garantiert Autismus auslöse, soll dies hier lesen. Also liebe Anthroposophen: Ab zum Arzt - oder wenigstens in die Quarantäne.
1 Zahlen des Bundesamtes für Gesundheit
Dennoch ein paar Fakten: Mehr als 13001 Personen sind in der Schweiz seit Jahresbeginn an Masern erkrankt - Mitte März waren's noch 700. Kein Wunder, werden doch 98% aller Ungeimpften, die mit Masernerkrankten in Kontakt kommen, vom Virus befallen. Deshalb sind die ach so kultigen Masern-Parties auch jeweils ein «voller Erfolg» - wie auch das schnelle Weiterreichen der Krankheit von Land zu Land.
Für einen nicht geringen Teil der Angesteckten gibt es nach einer Masern-Party allerdings wenig zu feiern: 133 der 699 bis Mitte März beim Bundesamt für Gesundheit registrierten Masernpatienten mussten hospitalisiert werden. 79 hatten hatten eine Lungenentzündung und sechs eine diagnostizierte oder vermutete Gehirnentzündung. Bei Masern gilt: Was einen nicht umbringt (Chance 1:500), macht nicht unbedingt stark sondern vielleicht einfach nur debil.
Wer glaubt, diese Risiken seien in Kauf zu nehmen, da eine Impfung ja fast garantiert Autismus auslöse, soll dies hier lesen. Also liebe Anthroposophen: Ab zum Arzt - oder wenigstens in die Quarantäne.
1 Zahlen des Bundesamtes für Gesundheit
Bei Allah! Greenwich Mean Time ist schuld an Blutkreislaufstörungen
22.04.08 01:37
Muslimische Wissenschafter und Geistliche möchten das
Wohlbefinden auf der Erde erhöhen. Zum Wohle der
ganzen Menschheit forderten sie deshalb an einer
Konferenz in Qatar, der imperialistischen
Zeitmessung endlich ein Ende zu setzen und die
Mekka-Zeit einzuführen. Denn, das wahre Zentrum
der Erde liege in der saudischen Hauptstadt und
Mekkas Längengrad sei - ganz im Gegensatz zu
demjenigen von Greenwich - perfekt auf den
magnetischen Norden ausgerichtet.
Bereits im Dezember 2006 hatte der ägyptische Forscher Abd al-Baset al-Sayyid festgestellt, dass auf Greenwich basierende Zeitrechnungen zuMehr...
Bereits im Dezember 2006 hatte der ägyptische Forscher Abd al-Baset al-Sayyid festgestellt, dass auf Greenwich basierende Zeitrechnungen zuMehr...
High-impact junk science
29.02.08 23:50
Das British Medical Journal ist
eine altehrwürdige medizinische Fachzeitschrift,
mit respektablem Impact factor. Wie bei einer
seriösen wissenschaftlichen Zeitschrift üblich,
werden eingereichte Artikel von Fachleuten
vorgeprüft und nur abgedruckt, wenn sie die
Anforderungen der Reviewer erfüllen - ausser bei
der Rubrik Personal View, offenbar Gefäss
für Junk science: Co-Herausgeberin Trish Groves
klärt die Leserschaft in der aktuellen Ausgabe
(Auszug, voller Text für Abonnenten) über
den wahren Grund für übermässigen Alkoholkonsum
in Grossbritannien auf.
Schuld an der masslosen Sauferei - zumindest unter der englischen Mittelklasse - ist die 0.75l-Weinflasche:Mehr...
Schuld an der masslosen Sauferei - zumindest unter der englischen Mittelklasse - ist die 0.75l-Weinflasche:Mehr...
Von der Teutonisierung der Schweiz und der Helvetisierung Deutschlands
05.02.08 10:26
Die Uni Zürich feiert dieses Frühjahr ihr 175jähriges
Jubiläum. Deshalb lädt sie heute zu einer
Medienkonferenz, wie ihrer "Mediadesk"-Webseite zu entnehmen
ist. Spannender als die angekündigten
Festansprachen sind allerdings zwei andere
aktuelle Meldungen:
UZH-Rektor Hans Weder als Experte nach
Deutschland und
Zwei Forschende der Universität Zürich erhalten 4,5
Millionen Franken vom Europäischen Forschungsrat.
Bei der ersten Meldung frohlockt die Uni, dass der Schweizer Hans Weder zum Vorsitzenden des Stiftungsrates der «Stiftung Evaluationsagentur Baden-Württemberg» gewählt und zudem als einziger Ausländer in den neu gegründeten Universitätsrat der Universität Jena berufen wurde.
Bei der zweiten Meldung werden die Neurowissenschafterin Tania Singer und der Biochemiker Benjamin Schuler für ihre erfolgreiche Akquisition von EU-Forschungsgeldern gewürdigt. Mit keiner Zeile erwähnt wird allerdings, dass die beiden aus Deutschland stammen. Dabei bilden doch die deutschen Professoren angeblich ein «Klumpenrisiko», das der Uni Zürich an die Substanz zu drohen geht...
Bei der ersten Meldung frohlockt die Uni, dass der Schweizer Hans Weder zum Vorsitzenden des Stiftungsrates der «Stiftung Evaluationsagentur Baden-Württemberg» gewählt und zudem als einziger Ausländer in den neu gegründeten Universitätsrat der Universität Jena berufen wurde.
Bei der zweiten Meldung werden die Neurowissenschafterin Tania Singer und der Biochemiker Benjamin Schuler für ihre erfolgreiche Akquisition von EU-Forschungsgeldern gewürdigt. Mit keiner Zeile erwähnt wird allerdings, dass die beiden aus Deutschland stammen. Dabei bilden doch die deutschen Professoren angeblich ein «Klumpenrisiko», das der Uni Zürich an die Substanz zu drohen geht...
Die Falschsagungen der SterndeuterInnen
03.01.08 13:21
Sie sind fester Bestandteil der Jahresenderituale,
die Rückblicke aufs vergangene Jahr. Und meistens
sind sie stinklangweilig, da sie eben nur bereits
Bekanntes Revue passieren lassen. Spannender wird's
allerdings, wenn auf (angebliche) Weissagungen zurück
geblickt wird. Eben dies machte Hugo Stamm in einem
Tages-Anzeiger-Artikel. Er zieht
Bilanz über die Trefferquote der beiden
selbsternannten Star-Astrologinnen Monika
Kissling und Elisabeth Tessier. Und das Ergebnis
ist ernüchternd: Beide haben sich mit
Vorhersagen aus dem Fenster gelehnt, die in
keiner Form eintraten.
Die alte Banalität (wahrscheinlich von Niels Bohr, dies ist aber nicht unumstritten), dass es schwierig ist, Prognosen zu machen, besonders über die Zukunft, trifft also weiterhin zu. Ebenso der Umstand, dass das Gucken in den Sternenhimmel dabei kein Bisschen hilft.
Die alte Banalität (wahrscheinlich von Niels Bohr, dies ist aber nicht unumstritten), dass es schwierig ist, Prognosen zu machen, besonders über die Zukunft, trifft also weiterhin zu. Ebenso der Umstand, dass das Gucken in den Sternenhimmel dabei kein Bisschen hilft.
In eigener Sache: Bitte um 15minütige Teilnahme an Online-Studie
06.12.06 18:38
Mal was ganz und gar Unpolitisches:
Für eine Studie zum visuellen Vorstellungsvermögen benötige ich Einschätzungen zur Bildhaftigkeit von Begriffen. Dafür habe ich eine
online-Studie erstellt: http://www.kyriacou.ch/vorstudie .
Die Teilnahme ist simpel, erfolgt anonym und dauert nur 15 Minuten. Details zur Studie gibt's direkt auf der Webseite. Bitte nehmt zahlreich daran teil!
Die gesammelten Daten bilden die Grundlage für eine spätere EEG-Studie. Wer interessiert ist, an dieser Hauptstudie teilzunehmen, darf sich gerne auch schon melden. Der Zeitaufwand dafür wird rund 2½ Stunden betragen.
Für eine Studie zum visuellen Vorstellungsvermögen benötige ich Einschätzungen zur Bildhaftigkeit von Begriffen. Dafür habe ich eine
online-Studie erstellt: http://www.kyriacou.ch/vorstudie .
Die Teilnahme ist simpel, erfolgt anonym und dauert nur 15 Minuten. Details zur Studie gibt's direkt auf der Webseite. Bitte nehmt zahlreich daran teil!
Die gesammelten Daten bilden die Grundlage für eine spätere EEG-Studie. Wer interessiert ist, an dieser Hauptstudie teilzunehmen, darf sich gerne auch schon melden. Der Zeitaufwand dafür wird rund 2½ Stunden betragen.












