Swindled - oder warum nicht jedes Propagandafilmchen Aufmerksamkeit verdient
Martin Müller (fdp) wies in diesem nzzvotum-Thread auf den
Film «The Great Global Climate Swindle» hin und
fragte, wieso hierzulande kein Medium darauf
einging. Eine vernünftige Antwort darauf
erforderte einiges an Web-Recherche - und an
Platz. Grund genug, dem Filmchen doch ein paar
Zeilen zu widmen, auch wenn er die
Aufmerksamkeit eigentlich gar nicht verdient.
Wie wohl etliche andere auch hatte ich erst durch den Blog-Eintrag von diesem Film gehört, welcher am 8. März vom britischen Privatsender Channel 4 ausgestrahlt worden war. Der dramaturgisch durchaus gut gemachte Film lässt eine Handvoll Zweifler an der menschengemachten Klimaerwärmung zu Wort kommen und gipfelt in der Verschwörungstheorie, dass die «Klimalobby» die Industrialisierung der Entwicklungländer verhindern wolle, indem sie ihnen die traditionellen Energieträger vorenthalten würde.
Nun also zur Frage: Wieso berichtet hier keiner darüber? Meine Vermutung ist, dass der Film in den britischen Medien so schnell und gründlich verrissen worden ist, dass ein nachträgliches Aufspringen durch hiesige Medien schlicht keinen Nachrichtenwert mehr enthalten hätte. Hier ein paar Punkte, die von anderer Seite zusammengetragen worden sind.
Wie wohl etliche andere auch hatte ich erst durch den Blog-Eintrag von diesem Film gehört, welcher am 8. März vom britischen Privatsender Channel 4 ausgestrahlt worden war. Der dramaturgisch durchaus gut gemachte Film lässt eine Handvoll Zweifler an der menschengemachten Klimaerwärmung zu Wort kommen und gipfelt in der Verschwörungstheorie, dass die «Klimalobby» die Industrialisierung der Entwicklungländer verhindern wolle, indem sie ihnen die traditionellen Energieträger vorenthalten würde.
Nun also zur Frage: Wieso berichtet hier keiner darüber? Meine Vermutung ist, dass der Film in den britischen Medien so schnell und gründlich verrissen worden ist, dass ein nachträgliches Aufspringen durch hiesige Medien schlicht keinen Nachrichtenwert mehr enthalten hätte. Hier ein paar Punkte, die von anderer Seite zusammengetragen worden sind.
- Regisseur Martin Durkin ist kein unbekannter «Kritiker» von Umweltaktivisten und Proponenten des technischen Umweltschutzes. 1997 strahlte Channel 4 seine dreiteilige Serie »Against Nature» aus, in der er sie als Nazi-Symathisanten darstellte. Die unabhängige britische Fernsehaufischtskommission befand, die Macher hätten ihre Interview-Partner über die Absicht des Films getäuscht und durch selektives Editieren ein unzulässiges Zerrbild produziert. Channel 4 musste sich zur Hauptsendezeit entschuldigen. Zwei weitere Fernsehprogramme Durkins, eines aus dem Jahr 1998 über Brustimplantate und eines aus dem Jahr 2000 über Gentechnologie führten zu Zerwürfnissen mit beteiligten Wissenschaftern.
- Der im neuen Film interviewte MIT-Ozeanograph Carl Wunsch bezichtigt Durkin genau derselben Vergehen: Er sei nicht über die wahren Absichten des Films informiert worden und der Kontext in denen seine Zitate erschienen, liessen vermuten, dass er die Klimaerwärmung für Fiktion halte, was nicht der Fall sei.
- Dem Independent gegenüber gab Durkin zu, dass eine Schlüsselgrafik «schwerwiegende Fehler» enthielt und eine andere Grafik, deren Datenquelle nur bis anfangs der 1980er Jahre reichte, bis zum Jahr 2000 verlängert worden sei. Die Produktionsfirma wagtv erklärte ausserdem derselben Zeitung gegenüber, dass eine weitere Grafik, als deren Autorin die Nasa angegeben wurde, in Wirklichkeit aus einer gemäss Independent «obskuren» Zeitschrift namens Medical Sentinel stamme - was sich bei weiterer Nachforschung auch als höchstens halbrichtig erwies.
- Die im Film ebenfalls verwendeten Daten von Eigil Friis-Christeresen, welche den Einfluss von Sonnenflecken auf das Erdklima belegen sollen, wurden breeits im Jahr 2004 als falsch entlarvt.
- Der 75-jährige Nigel Calder wird im Film mittels Einblendung als Ex-Herausgeber des New Scientist vorgestellt, just zu einem Zeitpunkt, während dem er davon spricht, dass man als Skeptiker von der Wissenschaftsgemeinschaft schnell als Herätiker ausgestossen werde, was - ohne dass es explizit behauptet wird - den Anschein erweckt, er sei neulich von seinem Posten gedrängt worden. In Wirklichkeit hatte er diesen im Alter von 31 bis 35 inne.








