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Pokern für Jesus und beten gegen Schwule - die Zürcher Citychurch in Aktion

Die christlichen Fundamentalisten, die Lesben und Schwulen eine Party missgönnen, erhalten Verstärkung, wie der Tages-Anzeiger heute berichtet: Die Stadtzürcher City Church ruft ihre 170 Mitglieder auf, gegen die Europride anzubeten. In einer aufgrund der Zeitungsrecherche vom Netz genommenen Predigtaufnahme wurde gegen die homosexuelle Verschwörung, deren Drahtzieher «ein sexuell-strategisches Spinnennetz über die Welt ausbreiten» wollten, gewettert.

Gänzlich ohne irdische Freuden scheinen aber auch die City Churchianer nicht auskommen zu wollen. Die Kirche veranstaltet ab Ende März die Church Series of Poker. Und die Besucher sollen sich restlos wohl fühlen. Die Ankündigung im Netz jedenfalls verspricht:

Die Service-Girls bringen dir die Drinks und den Food direkt an den Platz.


Es werden wohl alles kirchlich geprüfte Heteras sein.
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Luzern: Radikale Christen drohen mit Anschlägen

In Luzern drohen radikale Christen damit, Busse abzufackeln, sollten die Verkehrsbetriebe VBL die geplanten Inserate der Freidenker-Vereinigung annehmen. Im weiteren wurden VBL-Kadermitarbeiter beschimpft. «Geniess das Leben» scheint für gewisse Spinner eine unerträgliche Botschaft darzustellen.

Die VBL haben Strafanzeige eingereicht, lassen sich aber dennoch einschüchtern. Sie wollen gemäss 20 Minuten die Plakate nun ablehnen.
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Raufende Priester zum Dritten

Die Geschichte ist zwar schon sechs Tage alt, aber da die Berichterstattung über derlei Ereignisse hier schon fast Tradition hat und es ausserdem gleich Sonntag und schon bald Weihnachten ist, kriegt dieser kleine Bericht aus Jerusalem doch noch einen Eintrag:

Griechisch- und Armenisch-Orthdoxe Christen haben wieder mal auf gute alttestamentarische Art auszuloten versucht, wer in der so genannten Grabeskirche wann und wo das Sagen hat. Die Polizei schritt ein, bevor die Frage abschliessend geklärt werden konnte.



siehe auch:

20.04.08 Die Botschaft der Liebe - mit Fäusten überbracht
29.12.07 Ziviler Friedensdienst - ein Mittel gegen raufende Priester?
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Die Botschaft der Liebe - mit Fäusten überbracht

Frank A Meier durfte heute im Sonntagsblick predigen. Unter anderem lässt er uns wissen:

Die jüdisch-christliche Entwicklung hat durch Jesus die Botschaft der Liebe in die Welt gebracht.



Selbsternannte Gralshüter dieser Botschaft haben heute wieder einmal gezeigt, wie dies zu verstehen ist: Griechisch-orthodoxe und armenische Priester versuchten in der Grabeskirche von Jerusalem einander mit Fäusten zu zeigen, wo ihr Gott hockt - ein offenbar beliebtes Ritual unter den beiden Glaubensgemeinschaften, liegt die letzte derartige Zeremonie doch keine vier Monate zurück.


Quelle: 20 Minuten/AP

Damals schlug ich vor, Zivildienstleistende zur Befriedung der Situation zu entsenden. Aber vielleicht sollte man die beiden Lager viel eher mal anständig bewaffnen. Solange die nur mit Besenstielen aufeinander los prügeln, hört das wohl nie auf...
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Die Kreuzritter des Kreationismus nun auch in Zürich aktiv

Es ist gerade mal fünf Tage her, da hatte der Berner Grosse Rat beschlossen, dass religiöse Mythen im Biologieunterricht nichts zu suchen haben. Mit 99 zu 23 wurde ein EDU-Vorstoss abgelehnt, der den Berner SchülerInnen die Schöpfungslehre als «Alternative zur Evolutionstheorie» um die Ohren schlagen wollte.

Der Grossratsentscheid liess hoffen, dass der Volksschule und der Politik weitere Kreationismusdebatten erspart würden. Doch weit gefehlt: Wie die Mehr...
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Kein Maulkorb für Igel und Ferkel

«Nun ist es gewissermaßen „amtlich": Auch Kinder dürfen über religiöse Aussagen, die ihnen komisch erscheinen, lachen.» So beginnt die Mitteilung des Humanistischen Pressedienstes zum Entscheid der deutschen Bundesprüfstelle, das Kinderbuch «Wo bitte geht's zu Gott? fragte das kleine Ferkel» nicht zu verbieten. Buchhandlungen und Kinderzimmer werden in Deutschland also nicht zu Tabuzonen für Religionskritik.

Es ist zu hoffen, dass das Familienministerium, welches den Zensurierungsantrag gestellt hatte, künftig auf solcherlei unnötigen Aktivismus verzichtet.
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Uriella und der Gottesbeweis

Erbauendes (und wie immer überaus Wichtiges) vermeldet heute-online: Auf Göttliches Geheiss hin gibt Uriella, die nun schon ein Jahr schweigt, weiterhin keine Interviews.

Ach gütiger Gott, ja gibt es Dich vielleicht doch? Ja wenn Du schon dabei bist: Könntest Du vielleicht dafür sorgen, dass Madame Etoile künftig höchstens noch Wetterprognosen in den Äther trötet, Uri Geller vom Löffel biegen auf abgeben umsattelt, die Wachturm-Verteiler künftig Fahrbahnen statt Trottoirs blockieren und die Scientologen sich nach Hollywood zurückziehen?

Für so ein omnipotentes Wesen müsste das doch problemlos umsetzbar sein, oder? Sagen wir bis zum 10. März? So viel zielgerichtetes metaphysisches Eingreifen würde mir elendem Skeptiker als Gottesbeweis vollkommen genügen. Sollte das Datum aber ungenutzt verstreichen, gilt dieser Blog-Eintrag als Teilnahme am Blog-Karneval von Benjamin B. mit selbigem Stichdatum zum Thema «Wie hast Du's mit der Religion?».

Erwartungsvoll,
Andreas

Ein Blogkarneval ist eine Online-Umfrage eines Bloggers zu einem beliebigen Thema, die zumeist durch Erwähnung in weiteren Blogs im Schneeballsystem verbreitet wird.
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Viele, viele bunte Rechtssysteme? Zu den Plänen des Erzbischofs von Canterbury

«Achse der Religiösen» betitelt Reta Caspar in einem Kommentar zur NZZ-Berichterstattung den Vorschlag des Erzbischofs von Canterbury, für gewisse Streitigkeiten Sharia-Gerichtsbarkeit in Grossbritannien zuzulassen. Die Redaktorin des Magazins «frei denken» bringt es auf den Punkt: Religionsvertreter verbünden sich in ihrem Interesse, religiös begründetes Recht gegen säkulares Recht durchzusetzen. Im BBC-Radio-Interview spricht Rowan Williams denn auch von der Unzufriedenheit von Katholiken und Anglikalen mit der britischen Abtreibungsgesetzgebung.

Rowan Williams in seinem Lieblingskostüm
Rowan Williams: nicht nur die Kopfbedeckung ist karnevalesk (Foto: G. Fuller/Guardian)

Der Erzbischof zeigt grosses Verständnis für religiöse Sonderwünsche: «members of minority religious communities feel that the gap between their principles and the legal system of the state is so vast, the only option open to them is to opt out of the mainstream legal system».

Grossbritannien scheint ein geeignetes Versuchslabor für das Konzept von parallelen Rechtssystemen, hat es doch bereits lange Tradition. Ich denke dabei weniger an die jüdisch-orthodox Gerichte, die z.B. über Scheidungsbegehren entscheiden sondern an die Immunität für Angehörige des Königshauses und der Schutz vor Verhaftung bei Zivilklagen für Aristokraten, Pfaffen Parteispender und andere sogenannte Peers.

Die Reaktionen auf die Vorschläge des britischen Überhirten sind reihum kritisch. Die BBC zitiert den Vorsitzenden der Liberaldemokraten Nick Clegg, folgendermassen:

«Equality before the law is part of the glue that binds our society together. We cannot have a situation where there is one law for one person and different laws for another.»



Vielleicht verhilft diese Einsicht ja dazu, auch die bestehenden juristischen Ungleichheiten endlich abzuschaffen.
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When Pigs fly - vom überraschenden Erfolg eines religionskritischen Kinderbuches

Kinderbüchern haftet oft der Ruf an, sie seien reichlich moraltriefend, müssten mindestens so sehr erzieherisch wertvoll wie unterhaltsam sein. Als Beispiel möge Der Regenbogenfisch lernt teilen dienen. Den Anspruch, Kinder in die richtigen Bahnen zu leiten, haben sicherlich auch religiös ausgerichtete Kinderbücher. Solche sind in der aktuellen Amazon-Bestenliste in dieser Kategorie mit so erbauend klingenden Titeln vertreten wie «Ich bin das Licht, Komm freu Dich mit mir», «Du bist einmalig» oder «Ich will dir was erzählen, lieber Gott. Mit Kindern beten ist schön».

Man könnte leicht zynisch schlussfolgern, Kindern wird aus erzieherischen Gründen das selber Denken abgenommen. Dabei gibt es sehr wohl Kinder, die sich dieses Recht frech herausnehmen wollen - wie es im besten aller Kinderbücher anschaulich dokumentiert ist:

"Thinking again?" the Duchess asked, with another dig of her sharp little chin."I've a right to think," said Alice sharply, for she was beginning to feel a little worried."Just about as much right," said the Duchess, "as pigs have to fly...."



So sehr wie Schweine ein Recht zum Fliegen haben, wird also der kleinen Alice im Wunderland beschienen, habe sie ein Recht zu denken.

Den armen Schweinen wird ja neuerdings nicht nur das Recht zum Fliegen abgesprochen, Piglet wurde aus dem türkischen Fernsehen verbannt, die drei kleinen Schweinchen will man aus britischen Schulzimmer aussperren. Und nun soll es eben einem deutschsprachigen Ferkel an den Kragen gehen.

Doch dieses lässt sich nicht so einfach unterkriegen. Drei Tage nach dem Antrag des deutschen Familienministeriums, das religionskritische Kinderbuch «Wo bitte geht's zu Gott?» fragte das kleine Ferkel zu verbieten, ist dieses in der deutschsprachigen Bücher-Bestsellerliste von amazon.de auf Platz 1 gelandet.

Die Schweine lassen lassen sich also das Fliegen nicht nehmen. Und die Kinder nicht das Denken. Das ist gut so. Dem Familienministerium kann man für die Beihilfe zu dieser Klärung eigentlich nur dankbar sein.
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Der schweinischen Zensur zweiter Teil

Schweine aus der Welt der Kinderbücher bedrohen die Zivilisation offenbar mit System. Erst letzte Woche Woche musste die staatliche britische Agentur für Lerntechnologie eine CD von einem Wettbewerb verbannen. Hatten es die Autoren doch gewagt, ihre Lern-Software auf der anstössigen Geschichte der drei kleinen Schweinchen zu basieren.

Nun mussten aus Gründen des Jugendschutzes auch deutsche Ordnungshüterinnen einschreiten, gegen ein Ferkel, das obszöne Fragen stellt, z.B. «Wo bitte geht's zu Gott?» Das Familienministerium möchte das religionskritische Kinderbuch des Schriftstellers Michael Schmidt-Salomon und des Illustrators Helge Nyncke auf den Index setzen, es also für Kinder und Jugendliche so unzugänglich machen wie harte Pornographie und Nazi-Literatur.

Der Verlag und die humanistische Bruno Giordani-Stiftung haben nun eine Aktion "Rettet das Kleine Ferkel" gestartet.



Doch die Unterschriftenaktion greift eigentlich zu kurz. Denn neu ist der Trend nicht. Bereits 2006 hatte das staatliche türkische Fernsehen Winnie the Pooh verbannt wegen dessen enger Beziehung zu Piglet.

Es braucht wohl eine grössere Gegenbewegung. save-the-piglets.com vielleicht?
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Die politisch unkorrekten drei kleinen Schweinchen - religious tolerance gone bananas

Seit anfangs Dezember 2007 wissen wir, dass eine falsche Namensgebung für einen Teddybären schon Grundlage genug sein kann, um den ach so heiligen Frieden unter den Religionen zu gefährden.

Juroren der staatlichen britischen Agentur für Lerntechnologie (Becta) haben nun noch weitere bösartige Provokateure aus der Welt der Kinder entdeckt: Die drei kleinen Schweinchen.

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Bild BBC / Shoo Fly Verlag

Eine elektronisches Buch, das dieses Märchen zum Inhalt hatte, wurde von einem Wettbewerb ausgeschlossen, da es «kulturell problematisch» sei («the use of pigs raises cultural issues» ). Die CD, die zuvor bereits mehrfach prämiert worden war, könne der muslimischen Gemeinschaft nicht empfohlen werden.

Höchste Zeit also, britische Werke zu verbieten, die seit Jahrzehnten durch die Omnipräsenz von Schweinen religiösen Hass in den Kinderstuben verbreiten: allen voran die Muppet Show und Winnie the Pooh und Animal Farm sowieso.

(via humanistischer Pressedienst und BBC)
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Ziviler Friedensdienst - ein Mittel gegen raufende Priester?

Zivildienstleistende sollen ab dem kommenden Frühjahr Konflikte im öffentlichen Raum entschärfen, das sieht das Projekt «Konfliktprävention im öffentlichen Raum durch Zivildienstleistende» vor. Der Regierungsrat unterstützt das Projekt mit 12'000 Franken, wie die NZZ berichtet. Zivildienstleistende sollen neu die Möglichkeit erhalten, als Friedensstifter für die Bewältigung niederschwelliger Konflikte ausgebildet zu werden. Die Schaffung eines solchen freiwilligen Ausbildungsangebotes (allerdings nicht auf wehrpflichtige Männer beschränkt) forderte vor zehn Jahren die Initiative «Solidarität schafft Sicherheit: Für einen freiwilligen Zivilen Friedensdienst». Beim Abstimmungskampf im Jahr 2001 wurde heftig gegen die Idee gewettert - und sie wurde als Teil eines Armeeabschaffungspaketes abgetan.

Erfreulich, dass die Diskussion versachlicht wird. Es ist gut, dass der Fokus zuerst auf die Bewältigung eigener Konfliktherde gelegt wird. Vielleicht kann die Schweiz aber dereinst sogar Friedensstifter ins Ausland entsenden, z.B. wenn sich in Bethlehem zur Weihnachtszeit wieder einmal Priester gegenseitig die Nasen einschlagen...

N.B. Nachdem ich nun die letzte wichtige Pendenz im alten Jahr abgehakt habe, das Bügeln herumliegender Kleiderberge, das Einreichen der überfälligen Steuererklärung, das Einsenden der Lösung zum NZZ-Folio-Rätsel, verabschiede ich mich für dieses Jahr aus dem Cyberspace. Wünsche allerseits einen guten Rutsch!
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Minarettinitiative ungültig - aber Zwangskirchensteuer für juristische Personen legal?

Die Minarett-Initiative der SVP ist überflüssig wie ein Kropf, daran besteht kein Zweifel. Gemäss Auffassung von Rechtsexperten müsste sie für ungültig erklärt werden, da sie zwingendes Völkerrecht verletzt - so der Tages-Anzeiger von heute. Springender Punkt dabei ist, dass der Bundesrat die «notstandsfesten Garantien des Internationalen Paktes über die bürgerlichen und politischen Rechte» ebenfalls zum Völkerrecht zählt. Diesem «Uno-Pakt II» ist die Schweiz 1990 beigetreten. Er schreibt vor, dass - nebst anderem - die Religionsfreiheit nicht ausser Kraft gesetzt werden darf. So weit, so gut.

Im Kanton Zürich will man aber aktuell einen Verstoss gegen diese Religionsfreiheit zementieren: Das revidierte Kirchengesetz, welches demnächst zur zweiten Lesung in den Kantonsrat geht, will an den obligatorischen Kirchensteuern für juristische Personen festhalten. Versuche, diese Abgabenleistung für freiwillig zu erklären oder eine allgemeine Sozialsteuer einzuführen, bei der die Unternehmen hätten mitbestimmen können, wohin ihr Geld fliessen soll, sind gescheitert.

Für den Erhalt der Zwangssteuer wurde vor allem mit zwei Argumenten geworben: Erstens tue die Kirche viel Gutes und der Staat sei geradezu auf diese Leitungen angewiesen und zweitens hätte das Bundesgericht im Jahr 2000 die Verfassungsmässigkeit der Zwangsabgabe bestätigt. Ersteres kann man sehr wohl gelten lassen, nur könnte eine Abgeltung der nichtkultischen Tätigkeiten der Kirche sehr wohl über Leistungsaufträge erfolgen. Keine nichtstaatliche Organisation, die Leistungen im Auftrag des Staates erbringt, kommt in den Genuss solcher Privilegien. Bei der Verfassungsmässigkeit ist die Sachlage allerdings weitaus weniger klar: Im Jahr 2001 - also nach dem Bundesgerichtsentscheid - hat Bundesrat beschlossen, dass er den Uno-Pakt II ebenfalls als zwingendes Völkerrecht ansieht. Das müsste für die Gerichte künftig Masstab sein.

Als Freidenker, der klarere Trennlinien zwischen Kirchen Staat sehen will, müsste ich fast - so zynisch es klingt - auf ein Zustandekommen der Minarett-Initiative hoffen. Damit sie dann mit dem Hinweis auf die völkerrechtlich garantierte Religionsfreiheit für ungültig erklärt werden kann. Und damit dieser Entscheid bei künftigen Debatten, bei der es um den Status der Staatskirchen geht, den Rahmen setzt - eben auch bei der Frage, ob nichtfreiwillige Kirchensteuern für juristische Personen legal sind.
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Als hätte die Aufklärung nie stattgefunden - zum vorgeschlagenen Lehrplan 'Religion und Kultur'

Das Wort zum Sonntag

Der Kantonsrat machte am 26. September 2005 Druck: Die Motion, welche einen obligatorischen Unterricht über Geschichten und Bräuche der am meisten verbreiteten Religionen forderte, wurde für dringlich erklärt. Grund für die Hektik war in erster Linie die eingereichte Initiative zum Erhalt der biblischen Geschichte. Den Motionärinnen schien es unsinnig, an einem religionsübergreifenden Lehrplan zu werken, ohne zu wissen, ob in Folge eines möglichen Volksentscheides nur mehr christliche Heilslehre vermittelt werden dürfte.

Nun hat der Bildungsrat seinen Lehrplanvorschlag (PDF) präsentiert, welcher als indirekter Gegenvorschlag zur Bibelinitiative zu sehen ist. VertreterInnen der dominanten Religionen, die sich zu Rundtischgesprächen treffen, wurden in die Erarbeitung einbezogen - aber eben nur die. Was nun - wenig überraschenderweise - im Vorschlag völlig fehlt, ist eine Würdigung weltlicher Aspekte.

Man mag ja befürworten, dass eine solche Auslegeordnung von Glaubens- und Wertesystemen präsentiert wird. Und es lässt sich vielleicht auch rechtfertigen, dass dies schon (in stufengerechter Form) in den Primarschulunterricht integriert wird.

Es kann aber nicht sein, dass in unserer weitgehend säkularisierten Gesellschaft nun den Kindern der Eindruck gegeben wird, dass Religion zwingend zum Leben eines jeden Einzelnen gehört. Wenn ein solcher Lehrplan dazu verwendet werden soll, gegenseitige Rücksichtnahme und gegenseitiges Verständnis zu vermitteln, muss auch klar sein, dass es völlig normal ist, sich dem Religiösen zu entziehen und trotzdem ein anständiger Mensch zu sein, der z.B. moralisch handeln kann auch ohne Angst vor einem Fegefeuer oder aus reiner Gottesgefälligkeit.

Selbstverständlich kann ein Lehrer in einer solchen Stunde keine philosophischen Fragen angehen, aber so zu tun, als hätte unser Kulturraum nie eine Aufklärung durchgemacht, ist unerhört. Dieser Entwurf bedarf einer Überarbeitung - und dazu sind gefälligst Personen einzubeziehen, die befähigt sind, ein humanistisches Verständnis einzubringen. Ein runder Tisch, der ausschliesslich aus den Religionen besteht, die hier am lautstärksten um Aufmerksamkeit buhlen, ist dazu offenbar nicht in der Lage.
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Von Schwertkämpfern und Friedensstiftern

Offenbar können auch von Amtes wegen Unfehlbare in Fettnäpfe treten: Paparatzi hat islamisch Gläubige verärgert, weil er den byzantinischen Kaiser Manuel Palaleogos zitierte, welcher nur Negatives über Mohammed zu berichten wurde, da dieser seine Religion mit dem Schwert verbreiten wollte.

Vielleicht sollte der Papst mal die Bibel lesen... Wird doch der Christliche Religiongründer von Matthäus (10:34) zitiert: "Ihr sollt nicht meinen, daß ich gekommen bin, Frieden zu bringen auf die Erde. Ich bin nicht gekommen, Frieden zu bringen, sondern das Schwert".Mehr...
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Eine Wahlnachtsgeschichte

In meinem säkularen Haushalt weihnachtet's nicht sehr. Ich geb's zu, es brennt hier nicht mal eine politisch korrekte Amnesty-Freiheitskerze.

Die Zürcher Gemeinderatswahlen nehmen mehr Zeit in Anspruch als festtägliche Aktivitäten. Inhaltlich wunderbar passend deshalb ein Link auf Martin Buchholz' Wahlnachtsgeschichte.
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