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Die Welt spinnt

Tiananmen - war da was?

China mauert wieder mal ganz gross. Gemäss uk.techcrunch.com wird aktuell der Zugriff auf Twitter, Flickr, Bing, Live.com, Hotmail, Blogger und anderes mehr unterbunden. Der Grund: Die Bevölkerung soll daran erinnert werden, dass im Juni 1989 überhaupt nichts vorgefallen war. Und über nichts können die Nachrichtenanbieter eben dann am besten berichten, wenn ihnen der Stecker gezogen wird.

Die Jintao-Clique erschuf sich schon bei der Eröffnungsfeier zu ihren Olympischen Spielen eine eigene Wirklichkeit. Es besteht wenig Zweifel, dass ihr dies auch im Rahmen dieses Nicht-Jubiläums gelingen wird.

simpsonschina
Gedenktafel für das Nichtereignis - aus der Simpson-Folge Goo Goo Gai Pan (2005)
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Wenn Wissen jugendgefährdend ist... [update]

Wissen kann jugendgefährdend sein - so zumindest die Ansicht des Internet-Zensurdienstes jugendschutzprogramm.de: scienceblogs.de wird standardmässig gesperrt, wie der bloggende Astronom Florian Freistetter heute berichtet. Das englischsprachige Pendant scienceblogs.com wird gar grundsätzlich geblockt. Standardmässig gesperrt wird auch brainlogs.de. Etwas besser dran sind scilogs.de und chronologs.de, welche in der Kategorie «Default ab 14» gelandet sind. Der Fisch-Blog des Chemikers Lars Fischer darf nach Meinung der Zensoren ab 16 Jahren gelesen werden.

kyriacou.ch - standard gesperrt
Auch kyriacou.ch gilt offensichtlich als jugendgefährdend und hat ebenfalls das Gütesiegel «standard gesperrt» erhalten. Gleichermassen jugendgefährdend sind auch gruene.de (und der Blog der grünen Netzpolitikerin Julia Seeliger sowieso) sowie die jusos. cdu.de und csu.de werden - so die Online-Auskunft - gegenwärtig geprüft. spd.de, fdp.de, junge-union.de und die Julis sind der Filterliste hingegen nicht bekannt.

faz.de ist ebenfalls der Kategorie «Standard gesperrt» zugeteilt, nicht aber etwa faz.net, auf das Besucher von faz.de automatisch umgeleitet werden. Im Gegenteil: faz.net wird ausdrücklich für unbedenklich gehalten. Derselbe Unsinn ist auch bei der berliner-zeitung.de zu erleben. Die Seite ist gesperrt, berlinonline.de/berliner-zeitung/, wohin man weitergeleitet wird, wird hingegen für unbedenklich gehalten. Letzteres gilt auch für bild.de. Kein Wunder: Die sind Partner beim Jugendschutzprogramm.

Zensursula
aktueller Startcartoon der Titanic
Grämen wird sich wohl die Titanic-Redaktion. Ihr Magazin wird mit «Default ab 14» eingestuft, liegt also auf derselben Gefährdungsstufe wie beispielsweise astrologie.de, gilt aber als weitaus unbedenklicher als spiesser.de, das ebenfalls standardmässig gesperrt ist. Sind wohl etwas zu brav geworden, die Frankfurter Schüler...

Betrieben wird die Site vom als gemeinnützig anerkannten Verein «Verein zur Förderung des Kinder- und Jugendschutzes in Telemedien e.V.». Dessen Korrespondenzadresse führt zu einem Hamburger Porno-Anbieter. Der Filter-Service dient also wohl in erster dazu, gesetzliche Sperrmmassnahmen zu verhindern. Aber dazu ist es in Deutschland wohl schon zu spät...




Nachtrag 24.05.2009: Die Zensoren scheinen reagiert zu haben. kyriacou.ch wie auch scienceblogs.de sind nun als 'Individuell' markiert. Der Filter für gruene.de wurde ganz entfernt. julia-seeliger.de, jusos.de und faz.de bleiben aber gefährlich und auf «standard gesperrt», scienceblogs.com gar auf «wird geblockt».
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Speechless...

thestupiditburns
... but not actually surprised
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Katholische Moraltheorie: Holocaustleugner gut, Vergewaltigungsopfer schlecht

Der misogyne Altherrenclub, der unter dem Namen «Katholische Kirche» auftritt, schlägt wieder einmal zu: Der brasilianische Erzbischof Jose Cardoso Sobrinho teilte am Mittwoch mit, dass die Mutter eines neunjährigen Mädchens, welches von ihrem Stiefvater vergewaltigt wurde, von der Kirche ausgeschlossen wird. Der Grund: Die Tochter wurde durch dieses Verbrechen mit Zwillingen schwanger, die Mutter folgte dem Rat der Ärzte und stimmte einer Abtreibung zu.

Die Exkommunion, so der alte Mann in der Narrenkappe, musste gar nicht extra angeordnet werden, die sei nämlich zwingend für alle, die an einer
Katholischer Erznarr Jose Cardoso Sobrinho
Abtreibung beteiligt sind, die leitende Ärztin und weiteres Spitalpersonal eingeschlossen. Das sei ein Gesetz Gottes, und dieses stehe immer über von Menschen definierten Regeln.

Nicht betroffen vom kirchlichen Rauswurf ist selbstredend der Täter. Für ihn gilt dasselbe wie für den Holocaust-Leugner Williamson: Er ist ein braves Schaf, wie es der Oberhirte im Himmel gerne hat.

Cardoso:
Die Narrenkappe ist Programm

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Mohammed muss in die Schmuddelecke

Muslime haben in der englischen Stadt Leicester verlangt, dass der Koran in Bibliotheken nicht inmitten profaner Literatur untergebracht wird, nur das oberste Regal werde der Bedeutung des Buches gerecht. Der städtische Bibliotheksrat gab deshalb eine Weisung heraus, die sämtliche religiöse Schriften auf die top shelves verbannt - eine kluge Entscheidung, denn Briten wissen von den Auslagen der Zeitschriftenhändler, dass dort Werke zu finden sind, welche für Kinder und Jugendliche ungeeignet sind.

Christen befürchten nun allerdings, dass Kinder sich künftig für Harry Potter oder die Dark Materials-Trilogie entscheiden könnten, wenn sie nicht mehr an die Bibel rankommen. Ungeklärt bleibt zudem, ob in den Leicestermer Bibliotheken auch die Bücher, in denen zum Jihad gegen Nichtmuslime aufgerufen wird, künftig in den obersten Regale untergebracht werden oder ob diese als Lebenshilfefibeln besser zugänglich bleiben müssen.

(via hpd.de)
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Von Business-Plänen und islamistischer Image-Werbung

Aus einer AP-Kurzmeldung von gestern Abend (erschienen bei 20 Min):

Im US-Staat New York hat ein Mann seine Frau enthauptet, nachdem sie die Scheidung eingereicht hatte. [...]. Der Täter leitete einen Fernsehsender, mit dem er nach eigenen Angaben einem negativen Image von Muslimen nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 entgegenwirken wollte.


Gemäss CNN kam die Idee zur Image-Werbung folgendermassen zustande:

Hassan came to America from Pakistan 25 years ago and became a successful banker, but he and his wife were troubled by the negative perception of Muslims, Voice of America reported in 2004. Speaking in December 2004, Hassan said his wife, then pregnant, was worried about that perception and «felt there should be an American Muslim media where her kids could grow up feeling really strong about their identity as an American Muslim.» «So she came up with the idea and turned to me and said, 'Why don't you do it?' » he said. «And I was like, I have no clue about television. I'm a banker. ... And her comment was, 'You have an MBA. Why don't you write a business plan?' »


Der Business Plan gilt nun wohl als gescheitert.
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Die Welt verstehen - heute mit Pius-Bruder Franz Schmidberger

Es gibt unterschiedliche Schweregrade der Sünde. Die schlimmste ist die Gotteslästerung. Weniger schlimm ist die Beleidigung seiner Geschöpfe. Deshalb ist das Abreissen eines Armes einer Jesus-Statue «objektiv eine schwerere Sünde als der Terroranschlag von New York».

Diese Klärung verdanken wir Pater Franz Schmidberger, CEO der der deutschen Niederlassung der Priesterbruderschaft St. Pius X und gemäss dem SWR-Magazin Report Mainz ein enger Vertrauter von Gründervater Marcel Lefebvre. So hatte er diesen bei der Weihe der kürzlich vom Vatikan rehabilitierten vier Bischöfe assistiert.

Da stellt sich die Frage, wieso sich die Pius-Brüder überhaupt die Mühe machen, den Holocaust zu leugnen. Denn der war ja nur gegen Menschen, nicht gegen ihren Gott gerichtet. (via hpd.de.)

27.05.2008 Die Welt verstehen - heute mit Sharon Stone
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Religulous - aktuelle Fallbeispiele

Das Wort zum Sonntag

Ob’s an der Jahreszeit liegt? Religiöse Wirrköpfe bemühen sich aktuell mit besonders absurden Verlautbarungen um Schlagzeilen. In England verspricht der von Sozialhilfe lebende Imam und Rechtsanwalt Anjem Choudary seinen muslimischen Glaubensbrüdern die Verdammung in der Hölle, sollten sie an Weihnachtsfeiern teilnehmen. Und in der Schweiz betet Ex-Junkie und SVP-Aktivist Daniel Regli mit seiner putzigen Familienlobby für Regen während der nächstjährigen «Euro Pride», da er Homosexualität als Sünde betrachtet.

Selbstredend begründen sowohl Choudary wie auch Regli ihre Positionen mit Verweisen auf ihre jeweiligen religiösen Lieblingstexte. Entsprechend lau blieb die gesellschaftliche Unterstützung für die Sektierer.

Vielleicht sollten sie’s mal mit der Strategie des Leipziger Theologieprofessors Peter Zimmerling versuchen. Er empfiehlt seinen Schäfchen, beim Missionieren eine nicht-religiöse Alltagsprache zu verwenden und an populäre Kultur, etwa an Kinofilme, anzuknüpfen.

Hervorragend dazu geeignet wäre beispielsweise der Film «Religulous», in dem der US-Amerikanische Satiriker und Bill Maher eine ganze Palette an religiösen Wirrköpfen präsentiert. Damit sollte ihnen sogar das gelingen, wonach sich Zimmerling so sehr sehnt: Mit Atheisten ins Gespräch zu kommen.

(Teile via SideEffects und humanistischer Pressedienst)
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Frage an die muslimischen Verbände hier: Schaut Ihr auch mal fern?

Ich weiss, einen wirklichen Dachverband hab Ihr nicht, und Ihr seid vor allem damit beschäftigt, Euch voneinander abzugrenzen. Aber dennoch, werte Öffentlichkeitsverantwortliche der Ligue des Musulmans de Suisse, des Forums für einen fortschrittlichen Islam, der Vereinigung der Islamischen Organisationen in Zürich, der Föderation Islamischer Dachorganisationen in der Schweiz, der (im Cyberspace offenbar inexistenten) «Koordinationsstelle Islamischer Organisationen Schweiz» und ähnlicher Vereinigungen, erlaubt mir eine Frage:
Schaut Ihr auch mal fern? Und wenn ja, habt Ihr zu den Terroranschlägen in Mumbai so gar nichts zu sagen? Ein kleines Bisschen Ratlosigkeit oder Ablehnung, vielleicht gar eine klare Distanzierung? Damals, als Ihr euch über die Mohammed-Karikaturen empörtet, habt Ihr doch sogar eine Demo in Bern hingekriegt. Also seid doch bloss nicht so scheu, Ihr habt doch bestimmt eine Meinung zu den Vorfällen, oder?
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Raufende Priester zum Dritten

Die Geschichte ist zwar schon sechs Tage alt, aber da die Berichterstattung über derlei Ereignisse hier schon fast Tradition hat und es ausserdem gleich Sonntag und schon bald Weihnachten ist, kriegt dieser kleine Bericht aus Jerusalem doch noch einen Eintrag:

Griechisch- und Armenisch-Orthdoxe Christen haben wieder mal auf gute alttestamentarische Art auszuloten versucht, wer in der so genannten Grabeskirche wann und wo das Sagen hat. Die Polizei schritt ein, bevor die Frage abschliessend geklärt werden konnte.



siehe auch:

20.04.08 Die Botschaft der Liebe - mit Fäusten überbracht
29.12.07 Ziviler Friedensdienst - ein Mittel gegen raufende Priester?
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They ain't got no donkeys in Alaska

Sarah Palin läuft als Werbebanner für die Demokraten rum. Sie trägt einen Schal auf dem «vote» steht und eine Eselkarawane abgebildet ist - dem Wappentier der Demokraten:
Palin vote
Tja, wenn man seit Kindheit nur Karibus gesehen (und geschossen) hat, kennt man sich wohl mit der Fauna von Restamerika nicht so aus. Und ausserdem: Wie soll man bei einer Shopping-Tour in New York zu Fan-Artikeln der Republikaner kommen..?

(via tou.ch)
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Arroganzpreis geht an China

Zu dritt stehen sie in der Endrunde: der Chinesische Menschenrechtler Hu Jia, der weissrussische Oppositionsführer Alexander Kazulin und der Kongolese Abbe Apollinaire Malu-Malu, unter dessen Führung im Jahr 2006 sein Heimatland die ersten demokratischen Wahlen seit 50 Jahren durchführte. Einer von ihnen wird morgen Donnerstag von der EU zum diesjährigen Sacharov-Preisträger ernannt.

Die grosse Chance, dass ein Landsmann mit dem Menschenrechtspreis ausgezeichnet werden könnte, behagt der Jintao-Clique in Beijing gar nicht. Sie droht der EU unverblümt. In einem Schreiben an den Präsidenten des EU-Parlamentes, den CDU-Abgeordneten Hans-Gert Pöttering, polterte Botschafter Song Zhe:

If the European Parliament should award this prize to Hu Jia, that would inevitably hurt the Chinese people once again and bring serious damage to China-EU relations.


Da kann man ja nur hoffen, dass die Aussage des Briten Graham Watson, der die Liberale Fraktion anführt, eine verlässliche Wahlprognose darstellt:

Heavy-handed Chinese state lobbying to influence the outcome of the Sakharov prize winner only plays into the hands of critics and reinforces the case for Hu Jia.

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Kärntner!

Eigentlich geht’s mich ja nichts an. Und wahrscheinlich sollten wir schon zufrieden sein, dass doch nur halb so viele wie vorausgesagt kamen. Dennoch: Findet Ihr einen Aufmarsch von 25’000 Leuten nicht etwas übertrieben, nur um einen rasenden Selbstmörder endzulagern? Wenn tatsächlich durch Haiders Abgang für Euch «die Sonne vom Himmel gefallen» ist, dann sollt Ihr in ewiger Dunkelheit verharren.
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Feindbilderökonomie: Es gibt nur noch pädophile Terroristen

Die Welt scheint momentan ungewöhnlich verworren und nur noch schwer zu verstehen. Dass erst die Teilverstaatlichung der Bankenwelt den Kapitalismus so richtig zum Erblühen bringt, steht jedenfalls noch nicht in den Lehrbüchern.

Umso trostvoller, dass anderweitig Komplexität reduziert wird. Die staatlichen Allüberwacher brauchen fortan nur noch ein einziges Feindbild zu bemühen: Pädophile Terroristen. Die «Times» berichtet, dass islamische Terroristen ihre Angriffspläne am liebsten auf Pädophilen-Websites verstecken. Mittels Steganografie - dem Anreichern von Bilddaten mit fürs Auge unsichtbaren aber mittels Software auslesbaren Botschaften - werden geheime Informationen auf Kinderporno-Sites untergebracht. So jedenfalls die Annahme der Kriminologen, nachdem bei mehreren Personen, gegen die Razzien wegen Teilnahme an terroristischen Gruppierungen liefen, Tausende oder gar Zehntausende solcher Bilder gefunden wurden.

Der Bericht zeigt durch tiefgründige Analyse, dass sich die Täterprofile von Terroristen und Pädophilen frappant ähneln:

Another area investigators will want to explore is the similarity between the personalities of paedophiles and terrorists. “If they are going out, a lot of time is spent by going to the mosque or going off to internet cafés,” the source said.


Die entdeckte Verbindung wird von der Politik mit Interesse wahrgenommen. Beide Parteivertreter, welche die Times zitiert, Labour-Vertreter Andrew Dismore und die Tory-Frau Pauline Neville-Jones, sprechen den Erkenntnissen von Scotland Yard grosse Bedeutung zu. Schliesslich sind sie beide verlässliche Terroristen-Jäger. Dismore stimmte brav für den Irak-Krieg und die Labourschen Überwachungsgesetze, die in Grossbritannien unter dem Namen «anti-terrorism laws» eingeführt wurden - aber selbstredend gegen eine parlamentarische Untersuchung des Irakkrieges. Und Neville-Jones war Verwaltungsrätin beim staatseigenen Rüstungskonzern, QinetiQ, der am Irakkrieg verdiente.

Und die politischen Schlussfolgerungen? Nun, fürs Erste steht im Bericht nur dies:

Experts say that the advancement in encryption technology is outpacing the authorities’ abilities to monitor suspected terrorists and paedophiles.


Die Lösung dürfte die sein, die Grossbritannien seit geraumer Zeit mit Verve verfolgt: Wenn Überwachung nicht reicht, braucht’s mehr Überwachung. Aber das steht wohl erst morgen in der Zeitung. Schliesslich wollen derlei Botschaften mit Bedacht vermittelt werden. Dank der neuen Feindbildökonomie dürfte es etwas einfacher geworden sein.
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Ausverkauf der Heimat beim Front National

Der Front National des Rassisten Jean-Marie Le Pen braucht dringend Kohle, denn die Fröntler stehen nach einem misslungenen Wahlkampf bei diversen Gläubigern mit mehreren Millionen Euro in der Kreide. Deshalb machten sie sich auf die Suche nach einem Käufer für ihren Hauptsitz in der Nähe von Paris. Nun wurden sie endlich fündig. Die freundliche Übernahme besorgen die Chinesen: Len Pen und Co machen Platz für eine Sprachschule aus Shanghai (Le Monde via BBC).
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«Brutale atheistische Aggression» - der kreuz.net-Zug gegen das kleine Ferkel und seinen Schöpfer

Die Macher des online-Portals für ultraorthodoxen Katholizismus, kreuz.net, lesen gerne bei der säkularen Konkurrenz mit. Beim Humanistischen Pressedienst entdeckten sie, dass der Autor des Kinderbuches «Das kleine Ferkel», Michael Schmidt-Salomon, gegen einen Regensburger Bischof klagt.

Kath.net berichtet unter dem Titel «brutale atheistische Aggression» von der Klage des «notorischen deutschen Gottlosen» und «Haßpredigers» Schmidt-Salomon, die von seinem «rabiaten Verleger» Gunnar Schedel, der kommunisitische Schlächter rechtfertige (weil er das faschistische Franco-Regime anprangerte) voll und ganz gestützt wird. Weil Schmid-Salomon sich für ein Recht auf Abtreibung ausspricht, ist er in den Augen der kath.net-Sektierer «ein Verfechter der Kindstötung».

Was war überhaupt vorgefallen? Der Regensburger Bischof Gerhard Ludwig hatte in einer Predigt den Inhalt des Kinderbuches völlig verzerrt wiedergegeben und Schmidt-Salomon unterstellt, ethische Werte grundsätzlich abzulehnen:

Man brauche doch gar keine Ethik, keine humanistische Auswirkung unseres christlichen Gottesglaubens. Der Mensch sei doch verfügbar für den anderen Menschen. Warum sollten Kindstötung, Abtreibung oder therapeutisches Klonen verboten sein?



Die Aussagen sind allerdings frei erfunden, Schmidt-Salomon vertritt klare ethische Prinzipien, die sich in seinem Manifest des evolutionären Humanismus nachlesen lassen.

Nach der Aufforderung, eine Unterlassungserklärung zu unterzeichnen, tauschte das Bistum Regensburg die online verfügbare Rede durch eine entschärfte, «autorisierte» Fassung aus, sieht aber Sermone als «persönliche Verkündigung des Predigenden» und, so Schmidt-Salomon, die Glaubensfreiheit offenbar als Freibrief für Verleumdungen aller Art. Kath.net scheint das dringende Bedürfnis zu verspüren, diese Annahme zu untermauern. Eines sollten sich deren Schreiber aber vielleicht merken: Schmidt-Salomon dürfte das Etikett «notorischer Atheist» eher als Anerkennung seines unermüdlichen Einsatzes denn als Beleidigung verstehen.

Michael Schmidt-Salomon ist übrigens diesen Herbst zu Gast bei öffentlichen Veranstaltungen der Schweizer Freidenker:
  • Montag, 27. Oktober, Bern (Ort noch offen), 20 Uhr
  • Dienstag, 28. Oktober, Solothurn, Konzertsaal, 20 Uhr
  • Mittwoch, 29. Oktober, Basel, Merian Saal, Hotel Merian/Café Spitz, 20 Uhr
  • Donnerstag, 30. Oktober, Winterthur, Hotel Wartmann, 20 Uhr
  • Freitag, 31. Oktober 2008, Zürich, Zentrum «Karl der Grosse», 20 Uhr.

Zur Auseinandersetzung um das Kinderbuch siehe auch die früheren Einträge
When Pigs fly - vom überraschenden Erfolg eines religionskritischen Kinderbuches
Kein Maulkorb für Igel und Ferkel
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Liebe Libyer, wenn schon protestieren, dann aber richtig

Die Schweiz kerkert Hannibal Qadhafi für zwei Tage ein. Grund genug für dessen Papa, den alten Tyrannen, durchzudrehen. Zum Staatsprotest gehört auch eine würdevoll inszenierte Demo des gesunden libyschen Volksempfindens.


Quelle: Keystone / Tages-Anzeiger

Liebe Staatsdemonstranten, könnt Ihr dies nicht so handhaben, wie damals, als Ihr gegen die Verurteilung der Lockerbie-Attentäter aufbegehrt habt?

Two Libyans have slashed themselves during a demonstration in the capital, Tripoli, against the conviction of a Libyan for the Lockerbie bombing.One man took out a razor-blade and slashed his throat, falling to the ground with blood spurting from his neck before being taken away in an ambulance. A second man stabbed himself in the stomach.



Es würde so irgendwie noch authenischer wirken. Herzlichen Dank im Namen der helvetischen Zaungäste.
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Der US-Wahlkampf geht in die nächste Runde

Hillary Clinton überlässt also Barack Obama das Weisse Haus. Zeit für sie, sich neu auszurichten. Wie, zeigt der Cartoonist des Indianapolis Star, Gary Varvel:
gefunden bei lugosi.blogspot.com
Links auf diesen Eintrag
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Blasphemie oder göttliche Botschaft?

Das Wort zum Sonntag


Wann stellen ein paar zittrig-krumme Linien eine göttliche Botschaft dar und wann pure Blasphemie? Zwei vordergründig vergleichbare Fälle werden durch Islam-Gelehrte völlig unterschiedlich eingestuft: Holzwurmlöcher, die dem Schriftbild für Mohammed ähneln, sind eindeutig ein göttliches Zeichen.

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Ein symbolisiertes Glacé-Häubchen, das einer Allah-Kalligrafie ähnelt, hingegen beleidigt den properen Gläubigen.


Quellen: badastronomy.com (via burnttongue.net) und jihadwatch.org

Muss man nun daraus ableiten, dass nur das, wo der Wurm drin ist, für religiöse Symbolik taugt? Bitte um gelehrigen Rat.
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Verschwörungstheoretiker Schlüer zur Lage der Nation

Hätte sie nicht einen unbestrittenen kabaretistischen Wert, müsste man die Schweizerzeit generell ignorieren. Auf einem virtuellen Schlachtfeld bin ich nun allerdings über einen aktuellen Text des Sympathieträgers Schlüer gestolpert, so dass diesem Organ für am rechten Rand ständige doch einmal ein paar Zeilen gewidmet werden sollen.

Der Artikel geht ungefähr so: Das Abstimmungsergebnis vom letzten Sonntag war nichts als das Ergebnis einer Intrige. Akteure waren die Medien und Eveline Widmer-Schlumpf als willige Hampelfrau. Ziel der Kampagne war, Blocher ein zweites Mal abzuservieren, um endlich, endlich ins gelobte Land namens EU-Europa gelangen zu können.

Die SVP zettelt also drei eidgenössische Abstimmungen an, investiert die üblichen Millionen in eine Kampagne (die nun wie ein perfektes Verbrechen keinerlei Spuren hinterlassen soll) und kriegt drei Mal mächtig auf den Deckel. Die SVP ist aber nicht etwa selbst Schuld an der Chose, nein, sie ist ein armes Opfer einer nationalen Verschwörung. Der alte Mann wird doch nicht etwa zu viel geraucht haben?
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Die Welt verstehen - heute mit Sharon Stone

Die Welt scheint oftmals unergründlich. Aber da sind ja die Religionen, die es uns ermöglichen, verborgene Zusammenhänge zu sehen. Zum Beispiel, dass die Erdbeben in China wohl die Folge eines schlechten Karma sind, wie Sharon Stone vermutet:

"I’m not happy about the way that the Chinese are treating the Tibetans. [...] Then all this earthquake and all this stuff happened, and I thought, is that karma? When you’re not nice, that the bad things happen to you?"

Mehr...
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SPD kuscht vor China

Wenn ich die Ministerin wäre, würde ich mich nicht mit dem Dalai Lama treffen. Wir haben eine China-Politik des Aussenministers, die sich an langen Linien orientiert und die Stabilität Chinas im Auge hat.



Dies die Worte des stellvertretenden Vorsitzenden der SPD-Bundestagsfraktion, Walter Kolbow. Gerichtet sind sie an seine Parteigenossin Heidemarie Wieczorek-Zeul, amtierende Bundesministerin für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung. Nicht nur die Ministerin sieht dies anders, auch Grüne, CDU und FDP haben je eigene Treffen mit Herrn Gyatso vereinbart.
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England vor der Revolution! Richter legen Perücken ab

England und Wales modernisieren das Justizwesen! Kleine Unvollkommenheiten wie die fehlende Trennung von Legislative und Judikative bleiben zwar bestehen. Aber die Richter wollen sich volkstümlicher geben und haben sich deshalb von der Londoner Designerin Betty Jackson eine neue Arbeitsuniform schneidern lassen. Schlichter als das Vorgängermodell, das 300 Jahre den Standard setzte, kommt es daher. Und - unglaublich - die Richter verzichten künftig gar auf ihre Perücke. (Disclaimer: Die Neuerungen gelten nur für Zivilrichter. Strafrichter brauchen die Perücke weiterhin zum Persönlichkeitsschutz.)

Bei diesem Reformtempo werden aus Britannien (oder seinen Nachfolgerstaaten) womöglich innert weniger Jahrhunderte moderne Republiken.
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England sucht den Super-Belästiger

Die britische Labour-Regierung hat ein Problem. Sie dürfte bei den nächsten nationalen Wahlen aus dem Amt gefegt werden. Jedenfalls klatscht das Elektorat fleissig, wenn die Tories im Herrschaftsgebiet von Lizzy II für Ruhe und Ordnung sorgen wollen. Also versucht Labour die Konkurrenz beständig rechts zu überholen - was gar nicht so einfach ist bei Vorschlägen wie Benimm- und Marschierunterricht an (üblicherweise schulfreien) Samstagen für nichtkonforme Kinder (ein erstes Versprechen des neuen Londoner Bürgermeisters Boris Johnson).

Doch Labour gibt sich noch nicht geschlagen. Jacqui Smith, Ministerin für innere Sicherheit, will nun staatliche Stalking- und Mobbing-Truppen aufMehr...
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Wenn Überwachung nichts bringt, muss man - mehr überwachen

Das britische Visual Images, Identifications and Detections Office zieht Bilanz (s. Guardian):

Massive investment in CCTV cameras to prevent crime in the UK has failed to have a significant impact, despite billions of pounds spent on the new technology, a senior police officer piloting a new database has warned. Only 3 percent of street robberies in London were solved using CCTV images, despite the fact that Britain has more security cameras than any other country in Europe.

Das beinahe lückenlose Überziehen der Heimat Orwells mit Überwachungskameras hat also ausser Milliardenspesen nichts gebracht.Mehr...
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Gesundheit und Weltfrieden sind out - jetzt wird für billiges Benzin gebetet

Mit dem Gesundbeten aus der Ferne wollte es nicht so recht klappen. Und auch das bewusste Herbeisehnen des Weltfriedens (Video)1 kommt irgendwie nicht recht vom Fleck. Gruppenbeter haben sich deshalb nun ein etwas irdischeres Ziel vorgenommen: Beten für einen tiefen Benzinpreis.

«God, deliver us from these high gas prices.»

Weltliche Hilfe erhalten die Petroliker nun von Hillary Clinton, die sich fürMehr...
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Exiltibeter outsourcen Fahnenproduktion an China

Wohl zu Zehntausenden wurden sie hergestellt, die Tibet-Fahnen, die überall entlang des ach so schönen Fackellaufs für «Frieden und Völkerverständigung» in die Höhe gehalten wurden.

Und wo werden sie produziert? Von einem französischen Nähereibetrieb wurde am 10. April berichtet, dass innert zehn Tagen 70 Stück bestellt wurden, das fünffache der üblichen Jahresproduktion. Es mag noch andere Betriebe geben, die ihre Produktion in ähnlicher Höhe haben steigern konnten.


Quelle: Göttinger Tagblatt/afp

Das Gros der Fahnen dürfte aber - na wo wohl? - in China produziert worden sein. Zu Tausenden jedenfalls produzierte eine Firma in Südchina für ausländische Auftraggeber - bis Arbeiter realisierten, wofür denn die farbenfrohe Flagge steht und pflichtbewusst die Polizei benachrichtigten.

Wer sein Missbehagen gegen das Vorgehen Chinas zum Ausdruck bringen will, kauft also wohl besser ein T-Shirt der Reporters ohne Grenzen. Die werden unter Fair-Trade-Bedinungen in Indien hergestellt.
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Franz von Assisi würde heute ausgeschafft

Der heilige Franziskus, Begründer des nach ihm benannten missionarischen Ordens, würde heute aus seiner Heimatstadt Assisi ausgeschafft. Nicht etwa, weil er mehrfach seinen Vater bestahl. Nein, weil er bettelte. Der Bürgermeister von Assisi, Claudio Ricci, spielt Saubermann und verbietet das Betteln an Orten, die weniger als 500 Meter von Kirchen, Plätzen und öffentlichen Gebäuden entfernt sind.

Damit sich auch alle brav daran halten, wurden 60 ÜberwachungskamerasMehr...
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Bei Allah! Greenwich Mean Time ist schuld an Blutkreislaufstörungen

Muslimische Wissenschafter und Geistliche möchten das Wohlbefinden auf der Erde erhöhen. Zum Wohle der ganzen Menschheit forderten sie deshalb an einer Konferenz in Qatar, der imperialistischen Zeitmessung endlich ein Ende zu setzen und die Mekka-Zeit einzuführen. Denn, das wahre Zentrum der Erde liege in der saudischen Hauptstadt und Mekkas Längengrad sei - ganz im Gegensatz zu demjenigen von Greenwich - perfekt auf den magnetischen Norden ausgerichtet.

Bereits im Dezember 2006 hatte der ägyptische Forscher Abd al-Baset al-Sayyid festgestellt, dass auf Greenwich basierende Zeitrechnungen zuMehr...
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Die Botschaft der Liebe - mit Fäusten überbracht

Frank A Meier durfte heute im Sonntagsblick predigen. Unter anderem lässt er uns wissen:

Die jüdisch-christliche Entwicklung hat durch Jesus die Botschaft der Liebe in die Welt gebracht.



Selbsternannte Gralshüter dieser Botschaft haben heute wieder einmal gezeigt, wie dies zu verstehen ist: Griechisch-orthodoxe und armenische Priester versuchten in der Grabeskirche von Jerusalem einander mit Fäusten zu zeigen, wo ihr Gott hockt - ein offenbar beliebtes Ritual unter den beiden Glaubensgemeinschaften, liegt die letzte derartige Zeremonie doch keine vier Monate zurück.


Quelle: 20 Minuten/AP

Damals schlug ich vor, Zivildienstleistende zur Befriedung der Situation zu entsenden. Aber vielleicht sollte man die beiden Lager viel eher mal anständig bewaffnen. Solange die nur mit Besenstielen aufeinander los prügeln, hört das wohl nie auf...
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Kurswechsel in der Afghanistanpolitik? - Nato liefert Waffen an Taliban

Finden die USA zurück zu ihrer "bewährten" Afghanistanpolitik der 80er Jahre? Jedenfalls warf ein Nato-Helikopter ein Paket mit Maschinengewehren und Raketen in unmittelbarer Nähe des Hauses eines Taliban-Kommandanten ab, wie der Spiegel berichtet.

Sollen sie vielleicht bei einer gemeinsamen Invasion Irans mithelfen? Mitnichten, es war offenbar nur ein Versehen. Kann ja beim besten Soldaten vorkommen, dass er sich mal in der Tür irrt.

(via gonorrea.ch)
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Eine Billion Dollar

Nahezu eine Billion Dollar dürfte die US-Hypothekenkrise nach Einschätzung der Weltbank kosten. So gesehen sind die 40 Milliarden Abschreiber der UBS nurmehr Peanuts. Die Weltbank ruft nun nach der sichtbaren Hand des Staates, da die unsichtbare des Marktes, auf die seit Adam Smith doch alle artig vertrauen, diese massige Geldvernichtung nicht verhindert hat.

Dem Welternährungsprogramm der UNO fehlen derweil 500 Millionen Dollar, um angesichts der steigenden Lebensmittelpreise (die nächste Blase?) die dringendsten Programme der Hungerhilfe aufrecht erhalten zu können.

Wetten, dass für die Probleme der Finanzmärkte eher eine Lösung gefunden wird?
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IOC: Nichts gelernt aus London und Paris

Der diesjährige olympische Fackellauf ist möglicherweise der erste und letzte, der derart megalomanisch aufgezogen wurde. Kevan Gosper, IOC-Pressesprecher und Vizechef der IOC-Koordinationskommission für Beijing2008, spekulierte, dass künftig die Flamme direkt von Olympia ins Gastgeberland geschickt werden könnte.

Gosper verurteilte die Proteste in London und Paris, nannte die Demonstranten «professionelle Störer, die voller Verbitterung und Hass»Mehr...
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Wieviele Polizisten braucht es, um Frieden und Völkerverbundenheit zu symbolisieren?

Die olympische Fackel wurde heute also durch London getragen. 2000 Polizisten und ein Rudel chinesischer Sicherheitsbeamter waren nötig, um sicherzustellen dass dem Symbol des Friedens und der Verbundenheit zwischen den Völkern das Licht nicht ausging.

In London scheiterten die Versuche von Demonstranten, die Fackel zu ergreifen oder mit einem Feuerlöscher auszublasen.


Chinesische Sicherheitsbeamte und britische Polizisten im gemeinsamen Kampf gegen einen Feuerdieb. Foto Yui Mok/The Associated Press, Quelle: International Herald Tribune

Morgen ist Paris an der Reihe, auch dort dürften ein paar Überraschungen auf die Stafettenläufer im Dienste Beijings warten. Es ist also durchaus möglich, dass während der 123 noch verbleibenden Tage das olympische Feuer doch noch irgendwo auf der Strecke bleibt, auch wenn für die Jintaoiade natürlich nichts dem Zufall überlassen wird. (1936 misslangen die zahlreichen Versuche, das Feuer für die Hitleriade zu löschen.)

Die Vereinten Nationen haben übrigens beschlossen, dass ihre Mitarbeiter nicht am Fackellauf in Nordkorea teilnehmen sollen, aus Angst die Regierung von Kim Jong-il könnte den Anlass für Propagandazwecke missbrauchen. Neiaberau, dass es tatsächlich solche Regierungen gibt auf der Welt...
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Jintao-Clique: Auch in Genf mit Schlagstöcken unterwegs

Die Clique um den Chinesischen Staatspräsidenten Hu Jintao zeigt sich auch im Ausland gerne von ihrer rabiaten Seite. Jüngster Fall: In Genf prügeln Wächter des der chinesischen Vertretung bei der Welthandelsorganisation auf Journalisten des Westschweizer Fernsehens (TSR) ein. Gemäss Berichterstattung verteilten sie erst Faustschläge. Anschliessend sei einer der Wächter mit einem Schlagstock erschienen. Die Berichterstatter verliessen daraufhin die Szene. Es ist zu hoffen, dass die Medienschaffenden Anzeige erheben.


Alternative content
Quelle: 20min
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China: Staatsterror nicht nur gegen Tibeter

Die ethnischen Minderheiten machen "nur" knapp zehn Prozent der Gesamtbevölkerung Chinas aus. Aber zusammen bilden sie immerhin eine Gruppe von rund 100 Millionen Personen. 64 nationale Minderheiten zählt die offizielle Statistik. Die Han-Chinesen, bei welchen die wirtschaftlichen und politischen Fäden zusammenlaufen, stellen sicher, dass die Minderheiten nicht aufbegehren. Und ihnen scheint jedes Mittel recht.

Gemäss Reporter sans frontières nehmen die Repressionen im Vorfeld der Olympischen Spiele laufend zu. Vertreter der Uiguren - ein turkmenisches Volk - wurden wegen separatistischer Tätigkeit exekutiert. Und natürlich nehmen auch Überwachung und Zensur des Internet laufend zu. Aber das IOC sieht sich weiterhin nur für Brot und Spiele zuständig...

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Die Verlautbarungen des Chinesischen Wahrheitsministeriums

Gemäss Journalisten ohne Grenzen (rsf) versprach der Bürgermeister von Beijing vergangenes Jahr Folgendes:

The freedom of foreign journalists to carry out their professional work, will be guaranteed



Dumm nur, dass über Unruhen und möglicherweise Hunderte Toter zu berichten, nach chinesischer Auffassung offenbar nicht zum Aufgabenbereich eines Journalisten gehört. Denn gemäss rsf werden seit dem 12. März ausländische Medienvertreter nicht mehr nach Tibet gelassen, und mindestens 25 dort und in anderen Gegenden mit tibetischer Bevölkerung tätige Berufsleute wurden ausgewiesen.

Grösste Sorge für das Internationale Olympischen Komitees scheint derweil zu sein, ob die Olympische Fackel wie geplant durch Tibet getragen werden kann. Offenbar kann nur so die frohe Olympische Botschaft ungetrübt in die Welt posaunt werden:

The Olympic torch is a powerful symbol which inspires people from all over the world to overcome their differences and come together in mutual understanding in anticipation of the games which it heralds.



Mein für Beijing 2008 vorgeschlagene Slogan crueler, meeker, swankier scheint leider immer passender. Eigentlich habe ich mit solchen Prognosen verdammt ungern recht...
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Schweiz duldet keine Minderheitenvertreter in ihrem Verbindungsbüro in Priština

Es dürfte demnächst eine richtige Botschaft werden, das Schweizer Verbindungsbüro bei der Mission der Vereinten Nationen in der kosovarischen Hauptstadt Priština. Die Schweiz koordiniert von dort aus ihr ziviles Engagement vor Ort. Die Wahrung der Minderheitenrechte ist eines der Kernanliegen der Direktion für Entwicklungszusammenarbeit (DEZA) in dieser Region.

Doch Vertreterinnen der Minderheiten arbeiten weder im Verbindungsbüro noch im Kooperationsbüro der Deza/Seco mit. Dies war schon vor zwei Jahren der Fall, wie der Bundesrat am 22. Februar 2006 auf eine Anfrage von Nationalrat Jo Lang (Grüne) bestätigte.
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Türkische Okkupation 2.0

"So lange wie notwendig" will die Türkei im Nordirak bleiben (s. Tagi-Bericht). Das letzte Mal, als sie eine solche Strategie verkündete, war 1974. Der Norden Zyperns ist seither ohne Unterbruch besetzt. Nach dem militärischen Einmarsch kam die Ansiedlung von Festlandtürken im besetzten Territorium, um sich "im Volk" Mehrheiten zu sichern, bei den Türkischzyprioten war die Okkupation nämlich seit Anbeginn umstritten.

Eine vergleichbare Siedlungspolitik wird im kurdisch dominierten Nordirak unmöglich sein, da die seltsame Allianz der religiös-fundamentalistischen Regierung und der Atatürk-Anbeter des Militärs ihre eigene unterdrückte kurdische Minderheit dafür nicht wird einsetzen können. Also wird es bei Militärstützpunkten auf fremden Boden bleiben. Aber auch dies kann eigentlich nur als sofortiger Rückzug des EU-Beitrittsgesuchs durch die Türkei verstanden werden.
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Beijing 2008 - crueler, meeker, swankier

Noch 179 Tage bis zum Beginn der Olympischen Spiele in Beijing. Und die Stadt putzt sich ganz schön raus. «Preserving the Charm of Beijing» heisst es dazu auf der offiziellen Website. Dass dafür nach Schätzungen 1.25 Millionen Menschen zwangsumgesiedelt wurden, schmälert den Charme natürlich kein Bisschen.

Diese Olympischen Spiele sollen die profitabelsten aller Zeiten werden, so Gerhard Heiberg, Marketing-Chef des Internationalen Olympischen Komitees (IOC). 65 Millionen Dollar bezahlen die 54 offiziellen Sponsoren je einzeln für ihre Teilnahme am «Olympic Partner Programme». Da soll es natürlich keine Zwischenfälle geben wie 1968 in Mexiko, als die beiden schwarzen US-Amerikanischen 200 Sprinter Tommie Smith und John Carlos auf dem Siegerpodest ihre Arme zu einem «Power to the People»-Gruss empor streckten und der zwischen ihnen platzierte Australier Peter Norman seine Sympathie mit dem Tragen eines «Olympic Project for Human Rights-Badges ausdrückte.

Olympische Spiele Mexiko 1968: Power to the People
Quelle: Wikipedia / AP-Fotografie

Im Jahr 2008 sollen die Athleten natürlich die Friede-Freude-Eierkuchen-Stmmung auf keinen Fall mit lästigen Hinweisen auf die alltägliche Repression unterdrücken. Es soll schliesslich nicht erneut vorkommen, dass das Time Magazine das Olympische Motto «faster, higher, stronger» zu «angrier, nastier, uglier» umbenennen muss, um seiner Empörung ob des Missbrauchs der sportlichen Plattform für politische Aussagen freien Lauf zu lassen.

Folgerichtig hat deshalb der Britische Olympische Verband (BOA) seinen Athleten verboten, heikle politische Fragestellungen zu kommentieren. Nachdem dieser Passus zu Kritik führte, versicherte der BOA-Sprecher, dass es keinesfalls darum ginge, die Meinungsäusserungsfreiheit einzuschränken (s. Guardian). Es gehe nur darum, dass beispielsweise niemand in einem «Free Tibet»-T-Shirt rumlaufe. Und man wolle den Athleten Medientraining geben und sich auf Modellantworten zu Menschenrechtsfragen einigen. Nein, die Meinungsäusserungsfreiheit wird dabei natürlich kein Bisschen tangiert.

Mein Vorschlag für das Time-Cover vom 1. September 2008: «Beijing 2008: crueler, meeker, swankier» (brutaler, unterwürfiger, grosskotziger).
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Viele, viele bunte Rechtssysteme? Zu den Plänen des Erzbischofs von Canterbury

«Achse der Religiösen» betitelt Reta Caspar in einem Kommentar zur NZZ-Berichterstattung den Vorschlag des Erzbischofs von Canterbury, für gewisse Streitigkeiten Sharia-Gerichtsbarkeit in Grossbritannien zuzulassen. Die Redaktorin des Magazins «frei denken» bringt es auf den Punkt: Religionsvertreter verbünden sich in ihrem Interesse, religiös begründetes Recht gegen säkulares Recht durchzusetzen. Im BBC-Radio-Interview spricht Rowan Williams denn auch von der Unzufriedenheit von Katholiken und Anglikalen mit der britischen Abtreibungsgesetzgebung.

Rowan Williams in seinem Lieblingskostüm
Rowan Williams: nicht nur die Kopfbedeckung ist karnevalesk (Foto: G. Fuller/Guardian)

Der Erzbischof zeigt grosses Verständnis für religiöse Sonderwünsche: «members of minority religious communities feel that the gap between their principles and the legal system of the state is so vast, the only option open to them is to opt out of the mainstream legal system».

Grossbritannien scheint ein geeignetes Versuchslabor für das Konzept von parallelen Rechtssystemen, hat es doch bereits lange Tradition. Ich denke dabei weniger an die jüdisch-orthodox Gerichte, die z.B. über Scheidungsbegehren entscheiden sondern an die Immunität für Angehörige des Königshauses und der Schutz vor Verhaftung bei Zivilklagen für Aristokraten, Pfaffen Parteispender und andere sogenannte Peers.

Die Reaktionen auf die Vorschläge des britischen Überhirten sind reihum kritisch. Die BBC zitiert den Vorsitzenden der Liberaldemokraten Nick Clegg, folgendermassen:

«Equality before the law is part of the glue that binds our society together. We cannot have a situation where there is one law for one person and different laws for another.»



Vielleicht verhilft diese Einsicht ja dazu, auch die bestehenden juristischen Ungleichheiten endlich abzuschaffen.
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When Pigs fly - vom überraschenden Erfolg eines religionskritischen Kinderbuches

Kinderbüchern haftet oft der Ruf an, sie seien reichlich moraltriefend, müssten mindestens so sehr erzieherisch wertvoll wie unterhaltsam sein. Als Beispiel möge Der Regenbogenfisch lernt teilen dienen. Den Anspruch, Kinder in die richtigen Bahnen zu leiten, haben sicherlich auch religiös ausgerichtete Kinderbücher. Solche sind in der aktuellen Amazon-Bestenliste in dieser Kategorie mit so erbauend klingenden Titeln vertreten wie «Ich bin das Licht, Komm freu Dich mit mir», «Du bist einmalig» oder «Ich will dir was erzählen, lieber Gott. Mit Kindern beten ist schön».

Man könnte leicht zynisch schlussfolgern, Kindern wird aus erzieherischen Gründen das selber Denken abgenommen. Dabei gibt es sehr wohl Kinder, die sich dieses Recht frech herausnehmen wollen - wie es im besten aller Kinderbücher anschaulich dokumentiert ist:

"Thinking again?" the Duchess asked, with another dig of her sharp little chin."I've a right to think," said Alice sharply, for she was beginning to feel a little worried."Just about as much right," said the Duchess, "as pigs have to fly...."



So sehr wie Schweine ein Recht zum Fliegen haben, wird also der kleinen Alice im Wunderland beschienen, habe sie ein Recht zu denken.

Den armen Schweinen wird ja neuerdings nicht nur das Recht zum Fliegen abgesprochen, Piglet wurde aus dem türkischen Fernsehen verbannt, die drei kleinen Schweinchen will man aus britischen Schulzimmer aussperren. Und nun soll es eben einem deutschsprachigen Ferkel an den Kragen gehen.

Doch dieses lässt sich nicht so einfach unterkriegen. Drei Tage nach dem Antrag des deutschen Familienministeriums, das religionskritische Kinderbuch «Wo bitte geht's zu Gott?» fragte das kleine Ferkel zu verbieten, ist dieses in der deutschsprachigen Bücher-Bestsellerliste von amazon.de auf Platz 1 gelandet.

Die Schweine lassen lassen sich also das Fliegen nicht nehmen. Und die Kinder nicht das Denken. Das ist gut so. Dem Familienministerium kann man für die Beihilfe zu dieser Klärung eigentlich nur dankbar sein.
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"President Putin of Germany" - the world according to McCain

Man muss kein durchgeknallter Scientologe sein und auch keine geografisch herausgeforderte Fernsehquiz-Teilnehmerin um als AmerikanerIn bei den meisten Europäern durchzufallen.

Nein, die Rolle «republikanischer Präsidentschaftskandidat» genügt vollauf...


(Via 20min)
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Die politisch unkorrekten drei kleinen Schweinchen - religious tolerance gone bananas

Seit anfangs Dezember 2007 wissen wir, dass eine falsche Namensgebung für einen Teddybären schon Grundlage genug sein kann, um den ach so heiligen Frieden unter den Religionen zu gefährden.

Juroren der staatlichen britischen Agentur für Lerntechnologie (Becta) haben nun noch weitere bösartige Provokateure aus der Welt der Kinder entdeckt: Die drei kleinen Schweinchen.

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Bild BBC / Shoo Fly Verlag

Eine elektronisches Buch, das dieses Märchen zum Inhalt hatte, wurde von einem Wettbewerb ausgeschlossen, da es «kulturell problematisch» sei («the use of pigs raises cultural issues» ). Die CD, die zuvor bereits mehrfach prämiert worden war, könne der muslimischen Gemeinschaft nicht empfohlen werden.

Höchste Zeit also, britische Werke zu verbieten, die seit Jahrzehnten durch die Omnipräsenz von Schweinen religiösen Hass in den Kinderstuben verbreiten: allen voran die Muppet Show und Winnie the Pooh und Animal Farm sowieso.

(via humanistischer Pressedienst und BBC)
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Tom Cruise als Unfallhelfer? Bizarres aus dem Paralleluniversum von Scientology

Es soll schon vier Jahre alt sein, auf Youtube aufgetaucht ist es allerdings erst vor zwei Tagen: Das Werbefilmchen von Scientology, in welchem Tom Cruise wirres Zeugs daherredet (entdeckt via The Register).

"When you're a Scientologist, and you drive by an accident, you know you have to do something about it, because you know you're the only one who can really help."



Zu seinem Scientology-Dasein meinte er tiefgründig: "It's rough and tumble and it's wild and woolly and it's a blast." Und weiter: "We are the authorities on the mind." Sowie "Being a Scientologist, when you drive past an accident it's not like anyone else. As you drive past, you know you have to do something about it because you know you're the only one that can really help."
Tom Cruise in seiner bisher schlechtesten Rolle
Would you trust this guy? - Szene aus dem Scientology-Werbefilm

Treffend die Einschätzung von Nick Denton auf gawker.com: «If Tom Cruise jumping on Oprah's couch was an 8 on the scale of scary, this is a 10.» Man könnte noch ergänzen: Not always when scientologists freak out, do they intend to. Ich für meinen Teil verzichte jedenfalls gerne auf die Nothelfer von Scientology.
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Doris Leuthard - die geografisch herausgeforderte

Die NZZ widmet heute dem jüngsten Mitglied der Landesregierung ein Portrait. «Die Beflissene» wird sie im Titel genannt. Gleich zu Beginn wird von der Angst des Scheiterns berichtet: Ein Faux-Pas, und dann knallt's. Das hatte Leuthard bei ihrem Antritt vor Augen. Heidi Gmür, Redaktorin der Redaktion Schweiz, beruhigt aber sofort: Der gefürchtete Fehltritt blieb aus.

Mit Verlaub, das ist etwas gar schönfärberische Hofberichterstattung. Kurze Rückblende zum 15. Dezember 2006: Der Bundesrat entschied an diesem Tag, Waffenlieferungen für mehr als 500 Millionen Franken nach Pakistan, Indien und Saudi-Arabien zu bewilligen.

Mit diesem Entscheid desavouierte der Bundesrat die Geschäftsprüfungskommission des Nationalrats, welche den Bundesrat erst kurz zuvor für die zu lockere Ausfuhrpraxis gerügt hatte. Uns was meinte Frau Leuthard im Schweizerischen Fernsehen zur Frage, ob es angesichts des Kaschmirkonfliks vertretbar sei, Waffen in Staaten zu liefern, die immer wieder Kriege gegeneinander führten? «De Kaschmirkonflikt isch en innerstaatliche Konflikt. [...] Das isch sit Jaare keis Problem.» (s. Ausschnitt 10 vor 10 vom 15.12.06, ab ca. 50. Sekunde).

Es soll selbstverständlich nicht der Anspruch erhoben werden, dass MagristratInnen unfehlbar zu sein hätten. Und es mag ja sein, dass die eine oder der andere es als «Beflissenheit» ansieht, bei Verhandlungen mit China Menschenrechtsverletzungen konsequent nicht anzusprechen. Aber wer zur Situation in Krisenherden solcherlei Dünnpfiff von sich gibt, verdient kaum derlei Lobhudeleien.
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