Wie viele schwarze Schafe bei der SVP? [Update]
10.02.08 13:24 abgelegt unter: Politix
SVP-Kantonsrat Jürg Leuthold aus Aeugst am Albis
ist ein vielseitiger und fleissiger Mann:
Oberleutnant a.D., studierter Blasmusiker, bis
vor kurzem Vorsitzender der Spitalleitung und
Geschäftsführer des Paracelsus Spitals
Richterswil, Mitglied der kantonsrätlichen
«Gruppe Wald» und der
Geschäftsleitung des Kantonsrats, Präsident des
Gewerbeverbands des Bezirks
Affoltern, Inhaber eines Beratungsbüros mit Ableger in
Leukerbad.
Jürg Leuthold ist aber noch etwas, was ihn zu einem eher ungewöhnlichen Vertreter seiner Partei macht: Selbsterklärter IV-Rentner. Er kann, das attestierte ihm sein Hausarzt und - auf das ärztliche Votum vertrauend - die IV-Stelle des Kantons Zürich, nicht länger als eine Stunde sitzen - ein für im Büro tätige in der Tat ein Handicap.
Die Vorsorgeeinrichtung seines früheren Arbeitgebers zweifelte aber ob der vielen politischen und betrieblichen Tätigkeiten Leutholds an dessen 50prozentiger Arbeitsunfähigkeit. Sie gelangte mit dem Fall ans Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich. Und dieses zerriss im vergangenen November das hausärztliche Gutachten und bezeichnet Leuthold in schönem Juristendeutsch als Simulanten (s.a. NZZ-Bericht):
Der Anwalt von Leuthold hat das Urteil ans Bundesgericht weitergezogen. Sollte dieses nicht zu einem anderen Schluss kommen, muss die Liste von schwarzen Schafen unter SVP-Politikern um einen weiteren Eintrag ergänzt werden. Zu den Verurteilungen wegen vollendetem Mordversuch, Diebstählen, Fahren in angetrunkenem Zustand, Wahlfälschung, Rassendiskriminierung, Urkundenfälschung, sexueller Belästigung und dergleichen mehr käme also auch noch Versicherungsbetrug hinzu. Vielleicht sollte die SVP mal in den eigenen Reihen ein paar Detektive und Inspektoren einsetzen...
Einen Tag nach dem Bericht der NZZ am Sonntag teilte das Sekretariat der SVP (und nicht etwa Leuthold selbst) mit, er würde im Falle einer Bestätigung des Schuldspruches auch durch das Bundesgericht aus dem Kantonsrat zurücktreten. Der Fall wurde bei der Partei offenbar zur Chefsache.
Jürg Leuthold ist aber noch etwas, was ihn zu einem eher ungewöhnlichen Vertreter seiner Partei macht: Selbsterklärter IV-Rentner. Er kann, das attestierte ihm sein Hausarzt und - auf das ärztliche Votum vertrauend - die IV-Stelle des Kantons Zürich, nicht länger als eine Stunde sitzen - ein für im Büro tätige in der Tat ein Handicap.
Die Vorsorgeeinrichtung seines früheren Arbeitgebers zweifelte aber ob der vielen politischen und betrieblichen Tätigkeiten Leutholds an dessen 50prozentiger Arbeitsunfähigkeit. Sie gelangte mit dem Fall ans Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich. Und dieses zerriss im vergangenen November das hausärztliche Gutachten und bezeichnet Leuthold in schönem Juristendeutsch als Simulanten (s.a. NZZ-Bericht):
«Zusammenfassend müsse festgehalten werden, dass die geäusserten Beschwerden und die Selbsteinschätzung nicht mit den objektivierbaren organischen Befunden übereinstimmten. Es bestünden erhebliche Zweifel an der Kooperationsbereitschaft des Beigeladenen.»
Der Anwalt von Leuthold hat das Urteil ans Bundesgericht weitergezogen. Sollte dieses nicht zu einem anderen Schluss kommen, muss die Liste von schwarzen Schafen unter SVP-Politikern um einen weiteren Eintrag ergänzt werden. Zu den Verurteilungen wegen vollendetem Mordversuch, Diebstählen, Fahren in angetrunkenem Zustand, Wahlfälschung, Rassendiskriminierung, Urkundenfälschung, sexueller Belästigung und dergleichen mehr käme also auch noch Versicherungsbetrug hinzu. Vielleicht sollte die SVP mal in den eigenen Reihen ein paar Detektive und Inspektoren einsetzen...
Einen Tag nach dem Bericht der NZZ am Sonntag teilte das Sekretariat der SVP (und nicht etwa Leuthold selbst) mit, er würde im Falle einer Bestätigung des Schuldspruches auch durch das Bundesgericht aus dem Kantonsrat zurücktreten. Der Fall wurde bei der Partei offenbar zur Chefsache.








