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Zwangrekrutierung von Kampftrinkern fürs Gesundheitswesen? Eine Bieridee

Eines vorweg: Als Altstadtbewohner gehen mir die besoffenen Teenies (und Twens, etc.) durchaus öfter mal auf den Keks. Ich lasse sie das auch wissen und remple diejenigen, die sich gerade in einem Hauseingang erleichtern wollen auch konsequent an.

Und im Grunde gurkt es mich auch an, dass ich Ausnüchterungsaufenthalte in Spitälern über Versicherungsbeiträge mitfinanzieren muss.

Nun aber zu den politischen Folgerungen und Forderungen:

  • Einen Strafeinsatz im Gesundheitswesen halte ich für eine Bieridee. Ich glaube, keine Spitalverwaltung wartet darauf, unmotivierte Jugendliche zu Zwangsarbeit zu delegieren. Der Vorschlag ist eigentlich eher ein Affront gegen die Spitalangestellten, die - selbst wenn sie Reinigungsarbeiten ausführen - wohl nicht auf die gleiche Stufe gestellt werden wollen wie die Klientel, die Verena Diener rekrutieren will.
  • Eine Kostenbeteiligung ausschliesslich für Rauschtrinker ist unhaltbar. Es gibt zig andere Personen und Gruppen, die sich keinen Deut um ihre Gesundheit kümmern und ihre Heilungskosten ebenfalls auf andere abwälzen. Ausserdem dürfte bei der Zielgruppe für diese Massnahme die Hauptfolge sein, dass der Spitalaufenthalt künftig vermieden wird, auch wenn er medizinisch notwendig ist. Auch wer mit den Betroffenen kein Jota Mitleid haben mag, muss einsehen, dass für die Allgemeinheit die Folgekosten einer unbehandelten akuten Alkoholvergiftung weitaus grösser sind als die Kosten von 1x Magen auspumpen.

Noch was zur Relation dieses ach so dramatischen politischen Problems: Rund 800'000 Personen waren gemäss Presseberichten an der Street Parade. 163 davon mussten wegen übermässigen Drogenkonsums (Alkohol eingeschlossen) behandelt werden.

Ich glaube, es warten noch ein paar andere Herausforderungen auf uns.